Cold Brew: Noch nie hat kalter Kaffee so gut geschmeckt [mit Rezept]

20180716_titel__cold brew__(c) www.JaegerDesVerlorenenSchmatzes.de

Wer gerne Kaffee trinkt, sollte unbedingt mal Cold Brew probieren! Das ist kalt gebrauter Kaffee, der trotzdem reichlich Koffeein hat – und soooooo viel Geschmack! Viel vollmundiger und aromatischer als der heiß gebrühte. Viele Kaffeefans finden ihn sogar bekömmlicher. Mit diesem Rezept könnt ihr euren Cold Brew Kaffee ganz einfach selbst herstellen!

Habt ihr schon mal Cold Brew probiert? In Berlin hat dieses Kaltgetränk vor ein paar Jahren die Hipstercafés erobert und kurze Zeit danach auch die ersten Büros. Was mich zumindest so neugierig gemacht hat, dass ich auch mal probieren wollte – und jetzt ein neues Sommer-Lieblingsgetränk habe.

Wer konventionell gebrühten Kaffee mag, sei es nun Filterkaffee oder Espresso, wird von dem Geschmack wahrscheinlich sehr überrascht sein, denn statt nach Röstaromen schmeckt es auf einmal fruchtig und schokoladig und trotzdem auch nach Kaffee. Was hingegen wegfällt sind die bitteren und vor allem sauren Noten. Also genau jene Geschmacksnuancen, die vielen Leuten den Kaffeegenuss verleiden, weil er ihnen zum Beispiel auf den Magen schlägt.

Interessanterweise, das habe ich selbst erst in diesem Kontext gelernt, sind ebendiese Röstaromen zwar für die meisten Kaffeetrinker gleichbedeutend mit „Kaffeegeschmack“, je nach Intensität der Röstung übertünchen sie jedoch das eigentliche Aroma der Kaffeebohnen. Und genau diese Aromen werden bei Cold Brew herausgekitzelt.

Falls ihr beim Stichwort Brauen jedoch an einen aufwändigen Prozess wie beim Bier denkt: Weit gefehlt! Gerade mal 12-24 Stunden Geduld braucht ihr. Das Ansetzen selbst ist auch super einfach. Wer schon mal einen Tee aufgebrüht hat, bekommt das easy hin. Nur dass ihr hierfür kaltes Wasser verwendet.

Übrigens enthält Cold Brew trotzdem reichlich Koffeein: Manche sagen, genau so viel, andere behaupten, sogar mehr als heiß gebrühter Kaffee.

Für ein Portrait in einer Tageszeitung durfte ich die Gründer eines Berliner Start-ups interviewen, die Cold Brew brauen und in Flaschen abgefüllt wie Limo verkaufen. Amfamgs mir pur, also als reinen schwarzen, kalt extrahierten Kaffee. Später kam dann Cold Brew Kaffee mit Tonic Water versetzt dazu. Wer noch nie Cold Brew getrunken hat, kann sich die Kombi aus Kaffee und Tonic Water wahrscheinlich nicht vorstellen, aber als großer Club Mate- und Gin Tonic-Fan sage ich euch: Das Zeug hat Suchtpotenzial!

Bei der Vorbereitung meines Interviews habe ich auch einige Videos angeschaut, in denen erklärt wird, wie man eigentlich Cold Brew herstellt. Und weil das wirklich kinderleicht ist, musste ich es natürlich gleich mal selbst ausprobieren. Und zwar mit Kaffeebohnen, die ich von unserem Mexikotrip aus Oaxaca mitgebracht hatte.

Grob gemahlene Bohnen, kaltes Wasser und ein bisschen Zeit - fertig ist der Cold Brew

Grob gemahlene Bohnen, kaltes Wasser und ein bisschen Zeit – fertig ist der Cold Brew

Und so stellt ihr Cold Brew selbst her

Zutaten:

  • Ihr braucht guten Kaffee, am besten sortenrein und ganz wichtig: langsam geröstet. Denn nur wo auch viel Geschmack drin steckt, lässt sich dieser durch das Kaltziehen herauskitzeln 🙂
  • Manche empfehlen hell geröstete Bohnen, damit der Geschmack der Bohnen nicht von den Röstaromen überdeckt wird. Wenn ihr euren Kaffee direkt in der Rösterei kauft, könnt ihr danach fragen. Bei abgepackten Bohnen im Supermarkt steht es in der Regel nicht dabei. Und ich habe auch schon sehr leckeren Cold Brew aus wirklich dunkel gerösteten Bohnen vom Lake Kivu im Kongo gemacht!
  • Nehmt am besten für „Filterkaffee“ gemahlenen Kaffee. Wenn ihr selbst mahlt: Lasst die Körnung etwas gröber.

Zubereitung:

  • Gebt 200 g grob gemahlenen Kaffee in ein großes Gefäß und gießt 1,5 l kaltem Wasser auf.
  • Rührt gründlich um.
  • Stellt das Gefäß für 10-12 Stunden in den Kühlschrank.
  • Gießt den gesamten Inhalt des Gefäßes durch ein feines Sieb. Die aufgefangene Flüssigkeit filtert ihr dann nochmals mit einem Kaffeefilter (alternativ tuts auch ein Mulltuch). Wichtig dabei ist, dass ihr den Kaffeesatz nur abtropfen lasst, presst ihn nicht aus!
  • Fertig ist euer Cold Brew.
  • Bei mir hat es ziemlich genau einen Liter Kaffee ergeben, den ich in einer ausgespülten Milchflasche im Kühlschrank aufbewahre. Laut Rezept ist euer kalt extrahierter Kaffee gekühlt bis zu zwei Wochen haltbar.

Gerade genieße ich also mein erstes selbstgebautes Glas Cold Brew auf Eis mit Hafermilch – anstelle des Espressos, den ich mir normalerweise um diese Uhrzeit genehmige. Draußen hat es knapp 30° C, da passt das eiskalte Getränk perfekt – und es schmeckt gleich beim ersten Versuch richtig gut!

Mal schauen, ob es auch die gewünschte Wirkung hat …

Habt ihr Cold Brew schon mal selbst hergestellt? Welche Bohnen (aus welchem Anbaugebiet) habt ihr verwendet?

Wir freuen uns auf eure Tipps und Anregungen in den Kommentaren!

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