Yucatan (fast) ohne Touristen – Teil 5: Unsere Tipps für Playa del Carmen

Auch Playa del Carmen hat einen traumhaften Strand und mit etwas Glück ist er (fast) menschenleer

Ganz ehrlich: Auf der Yucatan-Halbinsel habe ich mir oft gewünscht, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Freunde hatten mir von ihren Mexikoreisen vor 20, 30 Jahren vorgeschwärmt: Wie sie sich in Tulum tatsächlich fühlten, als hätten SIE gerade diese Pyramide im Dschungel entdeckt. Einfach weil es dort keine anderen Touristen gab. Oder den palmengesäumten Strand, an dem damals eben noch keine Hotels und Liegestühle standen. Seufz. Inzwischen ist die Yucatan-Halbinsel leider kein Geheimtipp mehr. Und trotzdem ist sie auch für Menschen wie uns, die lieber individuell reisen, eine Reise wert – alleine wegen seiner Traumstrände und Cenoten. Wir haben deshalb die Herausforderung angenommen und nach Orten gesucht, an denen wir die Touri-Blase verlassen können. Und sind tatsächlich fündig geworden!

Teil 5: Playa del Carmen

Nachdem unser Mexiko-Roadtrip uns ins Landesinnere geführt hatte, wollte ich gerne vor unserem Rückflug noch ein paar Tage am Strand verbringen. Ein bisschen aufs karibische Meer schauen, bevor wir zurück in den Winter fliegen würden. Nach einigem hin und her Überlegen entschied ich mich für Playa del Carmen – obwohl ich wusste, dass die Küste dort von großen Hotels dominiert wird und die Stadt für ihre Partymeile, die Quinta Avenida, berühmt ist. Die Nähe zum internationalen Flughafen allerdings ist unschlagbar (so gerne ich auch nochmal zur Cenote Encantada zurück gekehrt wäre – ich hatte keine Lust auf drei Stunden Reisezeit bevor wir überhaupt ins Flugzeug steigen). Und mit Goretty als Gastgeberin fanden wir schließlich ein ideal gelegenes, freundliches AirBnB-Apartment nur wenige Blocks vom Strand entfernt.

Tipp Nr. 1: Ein Strand ohne Hotels und fast ohne Touristen mitten in Playa del Carmen

Am nördlichen (ruhigen!) Ende der Quinta Avenida, also recht zentral in der Stadt, befindet sich ein etwa zwei Kilometer langer, unbebauter Streifen Strand (nördlich und südlich davon sind große Hotels). Er ist recht schmal, denn er wird von einem eingezäunten Stück Land mit Mangroven begrenzt, durch das nur an zwei Stellen Trampelpfade von der Straße bis an den Strand führen. Alternativ kann man natürlich am Strand entlang spazieren, bis man dorthin gelangt. Wir sind dort fast ausschließlich mexikanischen Familien begegnet und es war einfach insgesamt nicht so voll. Man hat zwar einen Zaun im Rücken, aber hey, wer schaut da schon hin, wenn man vor sich das karibische Meer hat?! Also genau den Blick, den ihr da oben auf dem Foto seht 🙂

In Mexiko ist es zwar gesetzlich geregelt, dass der vordere Streifen Strand für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben muss, auch wenn dahinter ein Hotel gebaut wird. Aber ich finde es ehrlich gesagt nicht so schön, wenn hinter mir fast die gesamte Breite des Strandes mit Liegestuhlreihen zugebaut wird, vor die ich mich dann netterweise noch quetschen darf…

Hier findet ihr tatsächlich noch ein Stück Strand ganz ohne Hotels und fast ohne Touristen mitten in Playa del Carmen!

  • Der Strandabschnitt ohne Hotels beginnt etwa auf Höhe der Calle 72 Norte (dort ist auch der erste Durchgang von der Quinta Avenida zum Strand) und reicht bis zur Calle 88 Norte (wo sich der zweite Trampelpfad befindet).
Links das Meer, rechts die Cenote: dieser Strandabschnitt von Playa del Carmen ist auch bei den Einheimischen beliebt

Links das Meer, rechts die Cenote: Dieser Strandabschnitt von Playa del Carmen ist auch bei den Einheimischen beliebt

Tipp Nr. 2: Der perfekte Strand mit Kindern in Playa del Carmen

Um diesen Ort zu erreichen, müsst ihr von dem oben beschriebenen Strandabschnitt noch 2-3 km weiter Richtung Norden laufen und dabei auch an einer großen Hotelanlage vorbei. Oder ihr nehmt direkt ein Taxi zur Calle 110 Norte und lauft von dort ein kleines Stück querfeldein bis zum Strand. Dort, wo die Küstenlinie eine kleine Nase formt, die „Punta Esmeralda“ heißt, befindet sich eine Cenote direkt am Strand! Wenn man es nicht weiß, könnte man sie einfach für eine Lagune halten, zumal sie recht flach ist und ihr Untergrund sandig. Ganz hinten in der Ecke, wo die Cenote von Mangrove begrenzt wird, fließt jedoch permanent Frischwasser zu. Die kleine Co-Jägerin fand sie super zum Plantschen und mir hat es dort auch gefallen, obwohl es (leider) ziemlich gut besucht war – aber eben nicht nur von Touristen, sondern auch von mexikanischen Familien.

Es gibt in unmittelbarer Nähe der Cenote am Strand von Playa del Carmen auch Bars, die Getränke verkaufen und eine Toilette haben (die braucht man ja ab und  zu wenn man mit Kind an den Strand geht 😉 ).

  • Punta Esmeralda und die Cenote am Strand findet ihr etwa auf Höhe der Calle 110 Norte (hier)
Mexiko_Yucatan_Teil 6_Unsere Tipps für Playa del Carmen_Essengehen

Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen…

Tipp Nr. 3: Richtig gut und trotzdem günstig essen in Playa del Carmen

Wir haben unweit der Quinta Avenida ein richtig tolles, kleines Restaurant entdeckt. Eigentlich eher ein Straßenimbiss, an dem ich fast vorbei gelaufen wäre, wenn die beiden Männer hinter dem Tresen uns nicht so freundlich gegrüßt und zum Einkehren eingeladen hätten. Was wir zum Glück getan haben, denn das Essen war richtig gut! Und unsere Kellnerin einfach entzückend (Spanischkenntnisse sind hier von Vorteil, es geht aber sonst auch ohne). Wer also nicht unbedingt Burger oder Pizza oder irgendwas mit Fisch bei brüllend lauter Musik essen möchte (was so ziemlich das Angebot auf der Quinta Avenida beschreibt), für den ist dieses kleine Restaurant eine echte Empfehlung. Wir hatten eine große Portion Ceviche mit Avocado, eine Tostada mit Meeresfrüchten, Garnelen in Tempura mit Salat und einen riesigen Mango-Smoothie für unglaubliche 12 Euro.

Wie hat euch Playa del Carmen gefallen? Habt ihr noch weitere Tipps und Entdeckungen für uns?
Wir freuen uns über alle Hinweise in den Kommentaren!

Weiterlesen

  • Teil 1: Yucatan (fast) ohne Touristen: Gibt’s nicht mehr?
  • Teil 2: Unsere Tipps für Tulum
  • Teil 3: Silvester in Mérida und andere Empfehlungen
  • Teil 4: Zum Schnorcheln mit Schildkröten nach Akumal – oder lieber nicht?

 

Schreibe einen Kommentar