Buna to go: Wenn ihr diesen äthiopischen Kaffee probiert habt, wollt ihr keinen anderen mehr trinken

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Gastbeitrag von Silke Sander, mit der ich gerne koche und esse, wenn sie nicht gerade irgendwo in der Weltgeschichte einen Film dreht. Gerade treibt sie sich in Äthiopien herum und angesichts langer Sechs-Tage-Arbeitswochen trifft es sich gut, dass aus dem dortigen Hochland einer der besten Kaffees der Welt kommt.

Von Addis Abeba, wo wir Drehstart hatten, sind wir jetzt weiter nach Dire Dawa geflogen. Die Stadt liegt etwa 400 Kilometer entfernt und ist deutlich kleiner als die Hauptstadt. Der Anteil an Muslimen ist hier höher – daher hört man zu allen möglichen Tageszeiten den Muezzin singen. Ich finde ja, dass es sich manchmal ein bisschen wie Amazing Graze anhört. So ein bisschen.

Das Wetter ist heiß, aber nicht anstrengend. Es fühlt sich tatsächlich einfach wie ein toller Sommer an, die deutsche Vorweihnachtszeit ist weit weit weg. Abends im T-Shirt am Pool sitzen – kein Problem. Tagsüber wird es warm, aber in den Bergen, wo wir drehen, und im Büro weht immer ein kühles Lüftchen. Zugegeben, im Büro ist es nur wegen der Klimaanlage.

Man kann bei uns um die Ecke, im Hotel Blossom, besonders feinen Kaffee trinken. Dazu muss man wissen: Es gibt hier zwei grundlegende Arten Kaffee zuzubereiten. Die eine ist die uns vertraute Art mit Siebträger-Maschine, tolle alte Geräte, die bei uns schon ausgemustert wären. Allerdings röstet hier im Grunde jeder selbst. Daher schmeckt auch der Kaffee nirgendwo gleich. Die Bohnen sind recht kräftig und der Kaffee kommt sehr dunkel daher.

Im Blossom gibt es Macchiato: In ein winziges Kaffeeglas wird stark geschäumte Milch gefüllt und dann ein Espresso darüber laufen gelassen. Der beste Barista schafft es, die Milch zu marmorieren. Sieht toll aus. Der Kaffee ist dennoch so stark, dass sogar ich Zucker dran machen muss. Aber er ist lecker!

Die traditionelle Art Kaffee zu kochen erlebt man zum Beispiel bei „unserer“ Kaffeefrau Roman am Straßenrand, aber auch in manchen Cafés oder bei Leuten zuhause. Und die geht so: Die Bohne wird gewaschen und auf einem kleinen Kohlenfeuer in einer Blechpfanne geröstet. Gleichzeitig wird eine Art Weihrauch verbrannt. Der Duft lullt einen ein, während man auf das Getränk wartet. Der frisch geröstete Kaffee wird dann gemahlen und in einer bauchigen Tonkanne aufgebrüht. Das Prinzip ist ähnlich der italienischen Cafetere. Aus dieser Kanne wird dann der Kaffee in kleine Schälchen gegossen.

Und jetzt kommt der Knaller: Es gibt hier ein Kraut – Ten Adam – von dem ein Stängelchen mit einigen kleinen Blättchen dran in den Kaffee gelegt wird. Kurz warten und dann: LECKER! Bevor Äthiopien in den 1960ern raffinierten Zucker kennenlernte, sorgte Ten Adam für ein feines Aroma im Kaffee und sogar eine leichte Süße. Es soll auch gut für alles mögliche andere sein, aber in erster Linie macht es, das der Kaffee unglaublich gut schmeckt. Ich kann es mit nichts vergleichen. Vielleicht kann ich es getrocknet mitbringen, dann könnt ihr es selbst probieren. Das ist DIE Entdeckung.

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