Die schönsten Safaris mit Kind in Uganda: Ziwa Rhino Sanctuary

Ziwa Rhino Sanctuary Safari mit Nashörnern Uganda Afrika mit Kind

Auf unserem vierwöchigen, individuellen Roadtrip mit Kind durch Uganda haben wir einige Nationalparks besucht. In dieser Serie stellen wir euch unsere Favoriten vor, die wir für eurer Reiseplanung mit und ohne Kind empfehlen können. 

Zu Fuß auf Nashorn-Safari?!?! Ist das nicht lebensgefährlich?!! Diese Frage wurde uns nach unserer Rückkehr sehr oft gestellt. Und ganz ehrlich: Wir haben uns das vorher auch gefragt. Kann man sich wirklich so ganz ohne Schutz diesen mächtigen Tieren nähern, die den Menschen bei einer zufälligen Begegnung in freier Wildbahn durchaus gefährlich werden können?

Ja, man kann. Und es ist nicht nur nicht gefährlich, sondern eine wunderschöne, berührende Erfahrung! Vor allem, wenn ihr Uganda mit Kind bereist, ist das Ziwa Rhino Sanctuary unsere absolute Empfehlung. Aber auch für uns Erwachsene war die Begegnung mit den Dickhäutern ein unvergessliches Erlebnis.

Und warum ist es nun ungefährlich, zu Fuß durchs Nashorn-Territorium zu spazieren? Oder lasst es mich so formulieren: Warum hält sich das Risiko, dabei verletzt zu werden, in Grenzen, wenn man sich so verhält, wie es die Ranger einem erklären und vormachen? Nicht dass uns hier nachher jemand verklagt, der einem Nashornbaby mit der Kamera auf die Pelle rückt und sich anschließend wundert, warum ihn die Mama aufs Horn nimmt… Ihr sagt jetzt, sowas macht doch niemand, so doof ist doch keiner, aber wir haben da schon Leute erlebt, die in Kanada den Bären…..aber lassen wir das 😀

Grund Nummer #1 warum ihr im Ziwa Rhino Sanctuary zu Fuß, und nicht im gepanzerten Wagen, auf Nashorn-Safari gehen könnt:

Die Tiere kennen das und haben sich dran gewöhnt. Denn das Ziwa Rhino Sanctuary wurde Ende der 90er Jahre gegründet, um die Dickhäuter wieder in Uganda anzusiedeln. Damals waren Nashörner nämlich durch Wilderei und unkontrollierte Jagd bereits ausgerottet. Mit vier Tieren aus Kenia und zwei aus den USA ging es los, inzwischen haben die Nashörner 21 Babies bekommen haben! Toll, oder? Und das Beste: Die Ranger haben bisher erst eines ihrer Tiere verloren – aber nicht durch Wilderei, sondern durch einen Revierkampf mit einem anderen Nashornbullen.

Immer schön aufs Maul gucken! Dieses hier ist breit.

Immer schön aufs Maul gucken! Dieses hier ist breit.

Grund Nummer #2, warum die Nashörner eher von der friedlichen Sorte sind:

Das hier sind Breitmaulnashörner (auf Englisch: „white rhinos“), die weniger temperamentvoll und gefährlich sind als Spitzmaulnashörner („black rhinos“). Sollte euch ein Breitmaulnashorn angreifen, könnt ihr euch hinter einem Baum oder im Unterholz verstecken. Bei den Spitzmäulern hilft das nicht. Zumindestens hat man uns das so erklärt. Trotzdem waren wir ein bisschen nervös, als wir in Begleitung von unserem Ranger Ronald aus dem Jeep stiegen, auf dem Sandweg direkt eine Nashornspur entdeckten und nur wenige Schritte weiter auch schon die ersten Dickhäuter… Die kleine Co-Jägerin wollte anfangs huckepack genommen werden und ich scannte die Umgebung non-stop nach Bäumen und Büschen, hinter die ich notfalls hechten könnte…. Dank Ronald, der immer gelassen blieb und uns viel Wissenswertes über „seine“ Tiere erzählte, fühlten wir uns aber bald so sicher, dass wir einfach die Gegenwart dieser gewaltigen, schönen Tiere genießen konnten, die nur zehn oder zwanzig Meter entfernt gemächlich grasend vorbei zogen.

Auf unserer Safari durchs Ziwa Rhino Sanctuary lernten wir übrigens auch, warum die Rhinos auf Englisch „white“ und „black“ genannt werden.

Kleiner Tipp: Es liegt nicht an der Hautfarbe der Tiere… Wisst ihr es?

Unvergessliches Erlebnis: zu Fuß durchs Nashornland

Unvergessliches Erlebnis: zu Fuß durchs Nashornland

Tatsächlich war unser etwa zweistündiger Spaziergang durchs Nashorn-Territorium aber NICHT das Highlight unseres Besuches im Schutzgebiet. Wir waren nämlich absolute Glückspilze und sind den Tieren auf eine Art und Weise begegnet, die selbst die meisten Ranger dort noch nicht erlebt haben. Und das war so:

Innerhalb des Schutzgebietes gibt es eine Ansammlung von Häusern und Bungalows, in denen die Verwaltung, ein Restaurant und die Gäste untergebracht sind. Man darf sich vom Check-In zur Unterkunft oder später dann zum Restaurant nicht alleine bewegen, sondern immer nur in Begleitung eines Rangers. Denn das gesamte, eingezäunte, etwa 7000 Hektar große Gelände ist das Territorium der Dickhäuter.

Unsere Unterkunft (siehe Budget-Tipp) lag am Rand der kleinen Ansammlung von Gebäuden, direkt daneben befindet sich ein Wasserloch. Als wir am Abend aus dem Restaurant zurück kamen, es war schon dunkel, denn wir mussten ganz schön lange auf unser Essen warten, sahen wir drei Schatten nur wenige Schritte von unserer Unterkunft entfernt raschelnd durchs Gras laufen. Der Ranger, der uns begleitete, signalisierte uns, dass wir zusammen mit ihm an der Hausecke, stehen bleiben dürften.

Etwa eine Viertelstunde lang hörten wir die Tiere am Wasserloch schlürfen und schnaufen, zu erkennen waren leider nur Schemen. Und trotzdem war es unglaublich aufregend, den Tieren so nahe zu sein. Besonders toll fanden wir, dass „unser“ Ranger es überhaupt nicht eilig hatte, uns in unsere Unterkunft zu verfrachten. Er nahm sich die Zeit, mit uns zu warten, die Tiere zu beobachten und unsere interessierten Fragen zu beantworten.

Dieser Moment, wenn man verschlafen zum Badezimmer läuft und plötzlich einer Nashornherde begegnet

Dieser Moment, wenn man verschlafen zum Badezimmer läuft und plötzlich einer Nashornherde begegnet

Das war aber noch längst nicht alles!

Als wir am nächsten Morgen sehr früh aus unserem Bungalow traten (denn wir wollten vor unserer Safari ja noch Frühstücken, dazu unten mehr…) und im Halbschlaf zum Toilettenblock taperten, sahen wir uns plötzlich neun Nashörnern gegenüber, die – ungelogen! – nur wenige Meter hinter unserer Hausecke seelenruhig grasten. Weil wir sie erst entdeckten, als wir um die Ecke bogen, kam diese Begegnung noch unerwarteter als ohnehin schon. Wir waren völlig geflasht – und sehr froh, dass da auch direkt drei Ranger standen, die die Situation im Blick hatten 😉 Sie erzählten uns, dass sie selbst und die meisten ihrer Kollegen noch nie so viele Nashörner an einem Fleck gesehen hätten, da sich die Tiere normalerweise alleine oder zu zweit durchs Gelände bewegen. Wow!

Etwa eine Viertelstunde beobachteten wir die Gruppe, die ganz friedlich graste. Ein Baby war auch dabei, das bei seiner Mutter säugte. Dann mussten wir uns auf den Weg zum Restaurant machen, um nicht zu spät zum Frühstück zu kommen (dachten wir…). Und ja, wir haben kurz überlegt, unsere Safari sausen zu lassen, und einfach an Ort und Stelle die Nashörner weiter zu beobachten. Zum Glück haben wir es nicht getan. Die Wanderung durch die ugandische Landschaft mit Ranger Ronald war nochmal eine ganz andere, sehr besondere Erfahrung.

Wo, Was, Wieviel? Die geführte Tour zu den Nashörnern dauert 1,5-2,5 h und kostet inklusive Eintritt in das Schutzgebiet 45 US$ pro Erwachsener bzw. 23 US$ pro Kind (6-12 Jahre, jüngere Kinder zahlen nichts!). Die beste Uhrzeit ist frühmorgens, da sind die Nashörner am aktivsten. Später ziehen sie sich in den Schatten zurück und es ist auch für euch viel zu heiß zum Laufen. Je nach Position der Nashörner fährt man mit dem Auto 5-15 Minuten und geht dann zu Fuß weiter. Wir haben 4-5 Rhino-Grüppchen gesehen und sind alles in allem allerhöchsten 2 km gelaufen. Ich behaupte mal: Das geht sogar mit lauffaulen Kindern, denn man pirscht und späht und es ist die ganze Zeit total spannend. Es empfiehlt sich, die Nacht vor dem Rhino Trekking im Schutzgebiet zu übernachten.

(Budget-)Tipps: #1 Der „Budget Room“ für zwei Personen direkt im Ziwa Rhino Sanctuary kostet 15 US$ (Kinder bis 4 zahlen nichts, 5-14-Jährige die Hälfte) und ist ein kleiner privater Bungalow mit Doppelbett bzw. Doppel- und Stockbett, kleiner Terrasse und externem Bad. Nicht fancy, aber einwandfrei. #2 Packt euch Snacks ein, insbesondere fürs Frühstück! Ostafrikas Restaurants haben den schlechten Ruf eines unfassbar langsamen Services. Oft zu Unrecht, haben wir auf unserer Reise festgestellt, aber hier trifft es leider zu. Obwohl wir am Vorabend bei der Restaurantmanagerin persönlich unser Frühstück vorbestellt hatten mit dem Hinweis auf unsere Tour um 7:30 Uhr, war man sehr überrascht, als wir morgens kamen, und fing erst dann gemütlich mit den Vorbereitungen an. Mit viel Gedrängel bekamen wir zehn Minuten vor Abfahrt ein trockenes Toast und ein paar Stücke Obst. Auch auf das Abendessen mussten wir lange warten. Wir waren deshalb froh, am Nachmittag ein paar mitgebrachte Chapati und Obst auf unserer Bungalowterrasse essen zu können. Im Park selbst gibt es keinerlei Einkaufsmöglichkeiten, ihr müsst euch also auf dem Weg dorthin mit Proviant eindecken. Zum Beispiel, wenn ihr aus Richtung Murchison Falls Nationalpark kommt, auf dem Markt in Masindi, einem sehr angenehmen Städtchen.

Das Ziwa Rhino Sanctuary befindet sich wenige Kilometer auf einer unbefestigten Straße vom Highway entfernt, der Kampala mit Masindi (dem südlichen Tor in den Murchison Falls Nationalpark) verbindet. Genauer gesagt: etwa 176 km nordwestlich von Kampala und 50 km südöstlich von Masindi. 

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