Familienausflug nach Brandenburg im Advent: Besuch beim Weihnachtsmann in Himmelpfort

Weihnachtsmann Weihnachtshaus Briefkasten Wunschzettel Himmelpfort (c) www.JaegerDesVerlorenenSchmatzes.de

In Himmelpfort steht das Haus des Weihnachtsmanns. Oder vielmehr sein Zweitwohnsitz, denn bekanntermaßen wohnt er ja am Nordpol. Fest steht jedenfalls: Nur eineinhalb Stunden nördlich von Berlin kann man den bärtigen Herrn im roten Mantel in seiner guten Stube besuchen. Sogar im Sommer steht darin ein geschmückter Weihnachtsbaum, unter dem Geschenke liegen. Wer den Weihnachtsmann treffen und ihm den Wunschzettel persönlich übergeben möchte, sollte jedoch in der Adventszeit nach Himmelpfort fahren.

In diesem Jahr hat die kleine Co-Jägerin darauf bestanden: Ich will den Weihnachtsmann besuchen! Gemeint hat sie damit: Sie will nicht nur sein Haus besuchen, sondern endlich auch mal den Herrn in Rot antreffen und ihm persönlich erzählen, was sie sich zu Weihnachten wünscht.

Und ganz egal, ob man nun noch an den Weihnachtsmann glaubt oder nicht: So ein bisschen Magie in der Vorweihnachtszeit begeistert nicht nur die Kinder 🙂 Auch wir Großen fanden den Ausflug nach Brandenburg richtig schön.

Seit Jahren besuchen wir das Haus des Weihnachtsmanns immer im Sommer, wenn wir Brandenburg auf Ausflügen und ausgedehnten Roadtrips erkunden. Irgendwann zwischen Mai und Oktober führt unser Weg garantiert an Himmelpfort vorbei, denn der Ort ist umgeben von tollen Badeseen und ganz in der Nähe befindet sich die womöglich beste Ziegenkäserei Brandenburgs, der Capriolenhof.


Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Jäger des verlorenen Schmatzes (@jaegerdesverlorenenschmatzes) am

Im beschaulichen Himmelpfort, das im Sommer fest in der Hand der Radwanderer und Wassersportler ist, kehren wir gerne auf einen Kaffee und ein Eis ein, die wir im Garten des Weihnachtshauses mit Blick auf die Klosterruine, die Dorfkirche und den Haussee genießen. Eine Spielplatz gibt es auf dem weitläufigen Gelände auch und direkt daneben liegt die Schleuse, deren Betrieb im Sommer, wenn die Hausbooturlauber sie zu durchfahren versuchen, recht unterhaltsam sein kann.

Hereinspaziert! Das Haus des Weihnachtsmanns kann ganzjährig besucht werden.

Hereinspaziert! Das Haus des Weihnachtsmanns kann ganzjährig besucht werden.

Aus der Sommersonne in die dämmrige Wohnstube zu treten und sich plötzlich in der Weihnachtszeit wiederzufinden, ist jedes Mal wieder eine ulkige Erfahrung. Ein schwerer Holztisch steht darin, an dem die kleine Co-Jägerin hochkonzentriert ein Bild für den abwesenden Hausherren malt, das all ihre Weihnachtswünsche zeigt. Ein kurzer Brief kommt auch noch dazu, dann wird der Wunschzettel andächtig in den Briefkasten außen am Weihnachtshaus eingeworfen.

Leider ist der Weihachtsmann gerade nicht zuhause.

Leider ist der Weihachtsmann gerade im Sommerurlaub.

Wie verblüfft waren wir nach unserem allerersten Sommerbesuch, als Mitte November ein Brief vom Weihnachtsmann in unserem Briefkasten lag. Kurz vor dem ersten Adventwochenende öffnet in Himmelpfort jedes Jahr das offizielle Weihnachtspostamt und beantwortet bis Heilig Abend die Briefe der Kinder. Im vergangenen Jahr waren es 277.200! Das wusste ich zwar – aber dass ein im Juli eingeworfener Brief sorgsam aufgehoben und Monate später beantwortet wird, hat uns dann doch überrascht und begeistert. Wieder und wieder musste ich ihn der kleinen Co-Jägerin vorlesen.

An diese Adresse könnt ihr eure Wunschzettel schicken

  • An den Weihnachtsmann // Weihnachtspostfiliale // 16798 Himmelpfort. Damit ihr vor Weihnachten eine Antwort erhaltet, sollte er bis zum 3. Advent in Himmelpfort ankommen.
Auch im Sommer könnt ihr euren Wunschzettel am Weihnachtshaus einwerfen.

Nochmal kurz überlegen: Steht alles Wichtige drin? Dann kann der Wunschzettel in den Briefkasten.

Insgesamt gibt es übrigens sieben Weihnachtspostfilialen in Deutschland. Die anderen sechs befinden sich in Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen), Himmelstadt (Bayern), Himmelsthür (Niedersachsen), Himmelpforten (Niedersachsen), Nikolausdorf (Niedersachsen) und St. Nikolaus (Saarland). Fun Fact: Die meisten Briefe erhält der Weihnachtsmann in Himmelpfort 🙂

In diesem Jahr also besuchten wir das erste Mal an einem Adventswochenende das Haus des Weihnachtsmanns.

Ich hatte mich auf Menschenmengen und Verkehrschao eingestellt, aber keins von beiden traf ein. Der Weihnachtsmarkt und auch das Haus des Weihnachtsmanns waren zwar gut besucht, aber keineswegs überlaufen. Das typische Geschiebe zwischen den Buden, das mir die meisten Weihnachtsmärkte verleidet, haben wir in Himmelpfort nicht erlebt.

So mögen wir Weihnachtsmärkte: Budenzauber statt krawalliger Fahrgeschäfte und Menschenmassen

So mögen wir Weihnachtsmärkte: Budenzauber statt krawalliger Fahrgeschäfte und Menschenmassen

Statt dessen: kleine Stände mit allerlei Kunsthandwerk, Spielzeug und Leckereien – sowohl Süßkram wie kandierte Äpfel und Waffeln mit Puderzucker als auch Bratwurst und Erbsensuppe oder ein Pulled Pork Burger. Ein Zirkuszelt, in dem Geschichten vorgelesen werden. Ein historisches Karussel von 1891, das einst dampfbetrieben wurde und auch für die zuschauenden Eltern ein Vergnügen ist. Und weihnachtlich geschmückte Ponies, auf denen Kinder für einen Obulus eine Runde über den großen Platz geführt werden. Wenn es anfängt zu dämmern werden außerdem in großen Tonnen prasselnde Feuer angezündet, an denen man sich aufwärmen kann – was am Tag unseres Besuchs auch echt nötig war.

Der Höhepunkt unseres Ausflugs nach Himmelpfort: die Begegnung mit dem Weihnachtsmann.

Die lange Schlange vor dem Weihnachtshaus war das erste, was uns auffiel, als wir von der Bushaltestelle die Dorfstraße hinunter liefen. Ach Du Schreck! Es stellte sich dann aber heraus, dass immer eine kleine Gruppe von Kindern (samt erwachsenen Begleitpersonen) ins Weihnachtspostamt eingelassen wird, die dann etwa eine Viertelstunde lang Audienz beim Weihnachtsmann haben.

Ich finde, das ist sehr schön gelöst. Die Stimmung im Weihnachtspostamt ist dadurch angenehm ruhig, es gibt kein ständiges Kommen und Gehen und die Kinder müssen auch nicht auf irgendeine Bühne rauf oder vor viele Menschen treten – sie sind auch so schon aufgeregt genug 🙂


Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Ein Beitrag geteilt von Urban Zintel (@urban_zintel) am

Durch die Fenster kann man schon von der Straße aus einen Blick ins Weihnachtspostamt werfen. Rund um einen Tisch sitzen fünf in weiß-goldene Kleider gewandete Damen vor einem riesigen Stapel mit Briefen, die sie fleißig beantworten. „Schau mal, das sind die Weihnachtsengel“, sage ich zu meiner Tochter. Die ist sich da allerdings nicht so sicher: „Die haben aber gar keine Flügel!“

Der Raum ist festlich geschmückt, die Wände mit rotem Stoff behangen, ein Weihnachtsbaum steht darin und ein großer Sessel für den Weihnachtsmann. In einer Ecke allerdings befindet sich auch ein Stehtisch, wie man sie von der Post kennt, und daneben große gelbe Plastikkisten voller Briefe. Denn das Weihnachtspostamt ist während der Wochen vor Weihnachten tatsächlich eine offizielle Postfiliale.

Endlich sind wir dran und dürfen, zusammen mit einem Dutzend weiterer Kinder, hinein zum Weihnachtsmann. Im Halbkreis stehen die Knirpse um den Mann in Rot, der sie reihum nach ihren Wünschen fragt und verzierte Briefumschläge, mit krakeligen Buchstaben verfasste Wunschzettel und selbst gemalte Bilder entgegen nimmt. Obwohl er nicht herumpoltert und auch sonst wie ein gütiger alter Mann wirkt, der obendrein Schokolade verteilt, sind die Kinder merklich aufgeregt. Zum Abschluss darf jedes Kind noch ein Foto mit dem Weihnachtsmann machen, bei dem ein paar Jüngeren dann endgültig die Nerven durchgehen…

Weihnachtsmarkt Feuertonne Lagerfeuer Weihnachtshaus Advent Himmelpfort (c) www.JaegerDesVerlorenenSchmatzes.de

2019 werden in Himmelpfort gleich zwei Jubiläen gefeiert: 35 Jahre Weihnachtshaus und 60 Jahre Sandmann

Am dritten Adventswochenende könnte es in Himmelpfort dann doch etwas voller werden. Dann kommt nämlich der Sandmann zu Besuch, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert.

Mit welchem seiner coolen Fahrzeuge er wohl anreisen wird? Ob auch er dem Weihnachtsmann einen Wunschzettel übergibt? Wird er Schlafsand mitbringen?

  • Schaut es euch am besten selbst an: Am 14. Dezember zwischen 10:30 und 17:30 Uhr ist der Sandmann zu Gast beim Weihnachtsmann.

Wie kommt ihr am besten nach Himmelpfort?

Mit dem Auto fahrt ihr von Berlin aus auf der B96 nach Norden, je nach Verkehr braucht ihr eineinhalb bis zwei Stunden nach Himmelpfort. Ihr kommt aber auch mit Öffis hin und wieder heim. Die beste Verbindung ist diese: Mit dem RE5 ab Berlin-Gesundbrunnen um 11:46 Uhr bis Fürstenberg/Havel, Ankunft 12:46 Uhr. Weiter mit dem Bus 517 um 13:05 Uhr, der vom Bahnhofsvorplatz fährt und 10 Minuten später am Ortseingang Himmelpfort hält, direkt neben der Chocolaterie. Von dort sind es 350m Fußweg zum Weihnachtshaus. Zurück mit dem letzten Bus ab Himmelpfort um 16:49 Uhr, der Anschluss hat an den RE5 ab Fürstenberg um 17:11 Uhr.

Wundert euch nicht, wenn ihr die oben empfohlene Verbindung zurück nicht auf der Seite des vbb findet. Ich hatte sogar beim vbb angerufen, die mich mit zwei Mal Umsteigen über Templin schicken wollten, was drei Stunden gedauert hätte. Als ich den Busfahrer auf dem Weg nach Himmelpfort fragte, warum es denn nicht wenigstens an den Adventswochenenden eine bessere Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln gäbe, antwortete er nur verdutzt: „Wieso?! Ick fahr doch auch wieda zurück!“

Wart ihr schon in Himmelpfort? Im Sommer oder in der Adventszeit?

Wir freuen uns über eure Kommentare!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. An dem Hinweisschild nach Himmelpfort bin ich schon mehrfach vorbei gefahren und habe jedes Mal gedacht – da sollte man mal hinfahren! Ohne Kind vielleicht nicht ganz so schön, aber ich werde es bestimmt mal in Angriff nehmen. Es liest sich einfach zu schön!
    Lieben Gruß Susanne

  2. Liebe Susanne, wenn Du Weihnachtsmärkte magst, wird dir der in Himmelpfort auch ohne Kids gefallen! Oder Du kommst im Sommer zum Schwimmen – dann empfehle ich Dir die Radtour von Fürstenberg. Etwa zwei Stunden abseits der Straße durch den Wald, wirklich schön! Viele Grüße, Julia

Schreibe einen Kommentar