Havelock: Mittagspause in Neuseelands Grünlippenmuschel-Hauptstadt

Dekoriertes Dach des Restaurants "The Mussel Pot"


Wir sind ja inzwischen längst keine Grünlippenmuschel-Greenhorns mehr: Auf Coromandel haben wir sie geräuchert probiert und in Tolaga Bay sogar selbst gesammelt und anschließend auf dreierlei Art zubereitet. Jetzt sind wir in Neuseelands greenlipped mussel capital angekommen und da sind die Erwartungen natürlich hoch.

“The Mussel Pot“ hatten uns unsere Wellingtoner Freunde Ellen und Ben empfohlen. Als wir nach Havelock hineinrollen, scannen wir daher beide Straßenseite nach einem entsprechenden Schild – bis es uns von einem Haus direkt an der Hauptstraße zuwinkt, dessen Dach mit riesigen, grün lackierten Muscheln dekoriert ist. Sieht witzig aus, aber auch nach Touristenfalle. Trotzdem: Wir vertrauen unseren Freunden.

Drinnen werden wir sehr freundlich begrüßt und zu einem Tisch geführt. Und der Service bleibt auch freundlich und flink, obwohl das Restaurant zur besten Mittagszeit gut besucht ist. Weil das Wetter schön ist, setzen wir uns raus in den lauschigen Biergarten, der dank großer Sonnenschirme auch für UV-Sensibelchen wie uns geeignet ist.

Wir haben beide Lust auf Salat, deshalb entscheiden wir uns gegen die dampfgegarten bzw gegrillten Muscheln, obwohl die Portionen auf den Nachbartischen sehr gut aussehen. Ich bestelle meinen mit geräucherten und marinierten Muscheln ($18,80), der Co-Jäger möchte den mit Räucherlachs probieren ($19,50). Das Essen kommt blitzschnell und die Portionen sind ordentlich, wenn auch nicht riesig. Wer richtig hungrig ist, sollte sich noch etwas dazu bestellen. Viel wichtiger aber: Der Salat ist nicht nur knackfrisch, sondern überrascht auch noch positiv durch seine Blattsalat-Ruccola-Wildkräutermischung, der außerdem schwarze Oliven und Tomaten beigemischt sind.

Jetzt kommt der Test: Schmecken die Muscheln, die von einer Farm in den Marlborough Sounds stammen und in der Grünlippen-Hauptstadt zubereitet wurden, anders? Immerhin gibt es hier jedes Jahr sogar ein Festival zu ihren Ehren. Nun, die Antwort lautet: Nicht wirklich – sie haben nur etwas mehr Biss als die selbst gesammelten (vergleichbar jedoch mit jenen von Coromandel). Die geräucherten Muscheln sind köstlich, während mir die marinierten in Kombination mit dem Salatdressing ein bisschen zu sauer sind. Der Lachs kommt in dünnen, rohen Scheiben daher, die ganz zart sind und weniger salzig als wir das von in Deutschland erhältlichem Räucherlachs kennen, dafür mit einem intensiveren Räucheraroma.

Fazit: Lohnt einen Stopp auf der Strecke von Nelson nach Picton.

The Mussel Pot
73 Main Road, Havelock
www.themusselpot.co.nz
Täglich geöffnet, Lunch von 11:30 bis 15:30 Uhr (März-Okt nur bis 14:30), Dinner ab 17:15 Uhr (März-Okt ab 17:00 Uhr)

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Vorsicht vor gefährlichen Irrtümern: Der Sonnenschirm schützt nicht vor Sonnenbrand, bestenfalls vor Überhitzung. Google mal zu „UV und Schatten“.

  2. @Michael: Danke für den Hinweis, das muss ich wohl nochmal nachlesen. Mein Informationsstand war: Wenn der Stoff dicht gewebt ist, lässt er kaum etwas durch und je dunkler, desto besser.

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