Kulinarischer Brandenburg-Ausflug: frisch geräucherter Fisch und ein Strandbad mit Ponies in Mellensee

_titel_Kulinarischer Brandenburgausflug Mellensee

Das Ausflugsziel im Kurzcheck:

Erreichbarkeit ab Berlin? per Auto ca. 1h; mit der Bahn bis Bhf Zossen (50 min) plus 10 Minuten mit dem Bus oder 5 km mit dem Fahrrad.
Kindertauglich? Jaaaaa! Die Badestelle ist sehr flach und sandig, außerdem gibt es dort Ponys, Pommes und Eis.
Gläserne Produktion/Hof? Neugierige Fragen zum Räuchern werden freundlich beantwortet und in den Räucherofen kann man auch einen Blick werfen.
Hofladen? Ja
Gastronomie? Jein: es gibt nur Räucherfisch und ein Tisch mit Bank am Angelteich.
Übernachtungsmöglichkeit? Rund um den See gibt es mehrere Pensionen und ein Hotel.
Lässt sich verbinden mit …? einer Draisinenfahrt ab Mellensee, einer Partie Minigolf am „Erlebnisbahnhof“ oder Angeln (ohne Angelschein!) am Mellenseer Teich.

Eigentlich wollten wir ja eine Runde mit dem coolen Piratenschiff über den See schippern. Das Schiff hatten wir letzten Sommer entdeckt, als wir an einem glutheißen Nachmittag im August auf dem Heimweg vom Bullifestival bei Jüterbog zufällig den Mellensee ansteuerten. Dort fanden wir nicht nur die auf Google Maps eingezeichnete Badestelle mit flach ins Wasser abfallendem Sandstrand (ideal für plantschende Kinder – für Menschen, die gerne schwimmen wollen, leider weniger). Es gab dort auch einen Kiosk, aus dem ein riesiger, die Zähne bleckender Hai ragte, eine Sandkiste, ein Klettergerüst (das vermutlich schon zu Ost-Zeiten da stand) und besagtes Piratenschiff, auf dem eine Handvoll Erwachsene und Kinder Platz fand. Das kleine, charmante Strandbad wurde von einem Typen mit Piratentuch auf dem Kopf betrieben, der die Kinder mit Pommes und Eis und uns mit seinem sehr lässigen Musikgeschmack beglückte.

Als wir in diesem Jahr eine Nacht auf einem Landvergnügen-Hof in der Nähe von Jüterbog verbrachten, fiel uns der Mellensee wieder ein. Er liegt praktisch auf dem Heimweg und natürlich hatte die kleine Co-Jägerin große Lust auf Plantschen und im Sand Buddeln.

„Willkommen im Dorf der Fischer Mellensee“, begrüßt uns ein Schild, als wir in den Ort hineinrollen. Das war uns beim letzten Mal gar nicht aufgefallen. Liegt da nicht auch ein leichter Räuchergeruch in der Luft? Schlagartig bekommen wir Appetit auf Fisch und spähen in alle Richtungen, während wir auf einer schmalen Straße den See umrunden. Allzu viel Hoffnung machen wir uns nicht, sonntags werden in Brandenburg ja gerne mal die Bordsteine hochgeklappt. Aber als wir die Nordspitze des Sees erreichen, entdecken wir tatsächlich ein Hinweisschild: Fischräucherei. Und auf der Suche nach einer Wendemöglichkeit auch gleich noch ein Eiscafé 100 Meter weiter.

Ein paar Lachsforellen, etwas kleinere Bachforellen und ein letzter Aal hängen noch im Räucherschrank, mattgold glänzend, und verströmen einen verlockenden Duft. Zwei Stunden lang werden sie über Erlenholz heiß geräuchert, nachdem sie zuvor in eine Salzlake eingelegt wurden, erzählt mir der Fischer. Und dass er immer am Wochenende räuchert. Hungrig wie wir sind, setzen wir uns direkt an den Holztisch, der am Angelteich steht, und machen uns über den Fisch her. Beide Forellen schmecken köstlich, zart und saftig, mit feinem Raucharoma. Allerdings ist mir die Bachforelle einen Tick zu salzig.

Dann spazieren wir nebenan zum Eiscafé Angela und holen uns eine Nachtisch-Kugel. Das Eis soll zwar aus eigener Produktion stammen, schmeckt jedoch bestenfalls durchschnittlich und das versprochene Kiwi-Sorbet entpuppt sich leider doch als Milchspeiseso Aber man sitzt ganz nett im kleinen Biergarten vor der Jugendstilvilla, in dem sich das Eiscafé befindet, oder, wenn man das Eis auf der Hand kauft, auf einer Bank, die rund um einen alten Baum gebaut wurde.

Von einem Piratenschiff am Strandbad haben die Männer am Angelteich noch nie etwas gehört, sie kennen nur die Wasserrutsche am Westufer des Sees – „63 Meter ist die lang!“ Aber wir sind uns sicher, dass wir letztes Jahr am Mellensee und nicht woanders waren. Und finden auch sofort das Strandbad am Ostufer des Sees wieder,  übrigens keinen Kilometer vom Angelteich entfernt. Aber da ist kein Haifisch mehr, der zur Begrüßung seine Zähne zeigt, und auch das Piratenschiff ist verschwunden.

Dafür gibt es drei entzückende Shetland-Ponies, zu denen die kleine Co-Jägerin juchzend rennt, kaum dass sie sie entdeckt. Als ich sehe, wie eines der Shettis gesattelt, ein kleines Mädchen auf seinen Rücken gehoben und dann von seinem Papa aus dem Strandbad geführt wird, bin ich alte Pferdenärrin nicht mehr zu halten. Und weil ich der netten jungen Frau am Kiosk glaubwürdig versichere, dass ich ganz gut mit Ponies umgehen kann, und im Strandbad gerade fast nichts los ist, dürfen wir anschließend auch mal.

Und so spaziere ich mit Vincent, einem wuschelmähnigen, tiefenentspannten Miniaturpony, auf dessen Rücken meine megastolze Tochter thront, an Wiesen und Weizenfelder vorbei. Oh, what a perfect day!

Am 30. und 31. Juli feiert das „Dorf der Fischer“ sein 15. Fischerfest mit Fischerstechen und Teichziehen, Kaffee und Kuchen, Kinderprogramm, Live-Musik und der Krönung der Fischerkönigin. Am Samstag beginnt das Fest um 14 Uhr an den Angelteichen am Nordufer des Mellensees und endet gegen 1 Uhr nachts, am Sonntag geht es um 10 Uhr weiter und bis zum frühen Abend.

Auf Google Maps sind beide Strandbäder sowie die Angelteiche zwischen Draisinenbahnhof und Eiscafé eingezeichnet

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