Rohmilch von der Milchtankstelle: Wir wissen wo es sie gibt! 

Frische friesische Vollmilch

Passend zum Ferienstart in Berlin haben wir eine Empfehlung für alle, die in Deutschland Urlaub machen. Wobei die Milchtankstellenliste, die wir hier vorstellen wollen, natürlich auch noch nach den Sommerferien aktuell ist! Als ich die Liste entdeckte, musste ich sofort an unseren Sommer-Raodtrip vom letzten Jahr  denken: Die kleine Co-Jägerin erzählt immer noch begeistert davon, wie wir beim Ziegenmelken zusehen und einen Becher frisch gezapfte, warme, schäumende, köstliche Milch probieren durften. Und ich schwärme von der Milchtankstelle, die wir in der Nähe von Bremerhaven am Straßenrand entdeckten.

Das Holzhäuschen, das uns auf den ersten Blick an eine honesty box erinnerte, entpuppte sich als high-tech Selbstbedienungsladen des benachbarten Bauernhofes. Hinter blitzblanken Edelstahlluken warteten Eier, Kartoffeln und Milch auf Käufer. Rohmilch! Wir konnten unser Glück kaum fassen.

Schnell tranken wir eine unserer Wasserflaschen leer (Pfandflaschen gab es dort keine), stellten sie unter den Hahn, warfen Geld ein und zapften uns einen Liter melkfrische Milch, die einer Kuh stammte, welche auf der Weide nebenan lebte. Das große Schild am „Muhkomat“, welches uns auf die Empfehlung des Gesetzgebers hinwies, die Milch vor dem Verzehr auf über 70 Grad zu erhitzen, ignorierten wir und tranken die ersten Schlucke sofort.

Für die Generation meiner Großeltern war es noch völlig normal, Milch direkt vom Bauern zu bekommen. Meine Generation verzichtet aus Angst vor Keimen lieber auf Geschmack und Vitamine. Oder vielmehr: muss verzichten. Denn auch wenn der eine oder andere sich vielleicht lieber für mehr Geschmack entscheiden würde, haben wir üblicherweise gar keine Wahl: Bevor die Milch in den Handel kommt, wird sie mindestens pasteurisiert (durch Erhitzen haltbar gemacht) oder sogar ultrahocherhitzt (dabei entsteht dann H-Milch) und in der Regel homogenisiert (das Fett darin wird in winzige Bestandteile zersiebt und gleichmäßig mit dem wässrigen Anteil vermischt).

Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich die Milchzapfstellen-Liste auf www.ich-liebe-landwirtschaft.de entdeckte. Rund 70 Adressen habe ich gezählt, sie sind schön übersichtlich nach Postleitzahlen geordnet. Von dieser Art der Direktvermarktung haben nicht nur wir etwas, die gerne Milch trinken, sondern auch die Bauern, die auf diesem Weg deutlich mehr verdienen als die paar Cent vom Großhandel (momentan sind es 19 bzw. 48 Cent für einen Liter konventionelle bzw. Bio-Milch). Die Seite ist leider nicht fürs Handy optimiert, man schafft es aber trotzdem, auch unterwegs schnell eine Adresse rauszusuchen.

Das Titelfoto ist übrigens schon ein paar Jahre alt, der Co-Jäger und ich verbrachten damals ein paar Urlaubstage in Friesland. Neben unserer Ferienwohnung lag eine Kuhweide, also spazierten wir einfach mal nebenan auf den Bauernhof und fragten freundlich, ob wir ein bisschen Rohmilch kaufen könnten. Wir bekamen welche – aber erst, nachdem wir hoch und heilig versprochen hatten, es niemandem zu verraten. Das dürfe sie nämlich eigentlich gar nicht, sagte die Bäuerin, wegen möglicher Keime.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bei der Milchaufbereitung für den Handel gibt es auch noch die ESL-Milch (siehe Wikipedia; erkennbar am „Frischmilch – länger haltbar“-Schriftzug auf dem Karton). die durch nicht kennzeichnungspflichtige Verfahren die Haltbarkeit von Frischmilch auf 12-21 Tage dehnt.

  2. @Michael Hmmmmmm…. „nicht kennzeichnungspflichtig“…. Klingt ja echt lecker :-p

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