Ceviche selbst machen: super einfach, super lecker und pustet eure (verkaterten) Synapsen tüchtig durch [MIT REZEPT]

Blitzschnell selbst gemacht: Ceviche, die peruanischen Sushi, aus rohem Fisch, Limettensaft, Zwiebeln, Chili und Koriander

Taugt Ceviche, das „peruanische Sushi“, auch als Katerfrühstück? Wir haben es am Neujahrstag getestet und das Blitzessen selbst zubereitet.

Es ist erst ein paar Monate her, dass wir zum ersten Mal Ceviche probiert haben. Und gleich mit dem ersten Bissen hat sie uns – Bäng! Boom! Bäng! – so umgehauen, dass wir riesige Fans geworden sind. Es ist die reinste Aromenexplosion: scharf, sauer, salzig, fischig zugleich. Sensationell! Falls ihr nicht wisst, wovon wir hier reden: Ceviche ist das peruanische Nationalgericht (wird aber auch in anderen lateinamerikanischen Ländern gerne gegessen) und besteht traditionell aus gerade mal vier Zutaten:

  1. frischer Fisch
  2. Limettensaft
  3. Chili
  4. rohe Zwiebeln

Peruanische Fischer erfanden dieses göttliche Gericht, das sich im Handumdrehen selbst auf einem winzigen Fischerboot draußen auf dem Meer zubereiten lässt. Durch die Säure der Zitrusfrüchte wird der filetierte, in kleine Happen geschnittene Fisch innerhalb weniger Minuten kalt gegart. Das heißt: das Fleisch wird weiß, behält aber (anders als bei der Zubereitung unter Hitze) seine Bissfestigkeit. Das aus dem Fisch austretende Eiweiß verfärbt den Limettensaft milchig-weiß, das nennt sich dann „Tigermilch“.

Wir haben Ceviche in Berlin probiert, wo es inzwischen einige Cevicherías gibt. In Peru bekommt man sie auf jedem Markt, in einfachen Garküchen ebenso wie in gehobenen Restaurants. Durch Einwanderer aus Spaninen, China, Japan und anderen Teilen der Welt wurde die traditionelle Zubereitung im Laufe der Jahrhunderte verändert und verfeinert. Manche Köche ergänzen frischen Koriander, fein geschnittenes Gemüse oder geben in die Tigermilch einen Schuss Sahne. Gerne werden die starken Aromen auch durch eine süßlich-neutrale Beilage abgerundet, zum Beispiel Süßkartoffel. Und natürlich lässt sich das Gericht mit ganz unterschiedlichen Fischen und Meeresfrüchten zubereiten. In einem Restaurant in Berlin habe ich sogar eine köstliche vegane Variante aus Mango, Zucchini und Seespargel, angemacht mit Limettensaft, Chili und rohen Zwiebeln, gegessen.

Als nun Silvester anstand, dachten wir uns: Dieses Essen eignet sich doch wirklich perfekt für den Neujahrstag! Ganz egal, ob wir nun tatsächlich verkatert sein werden oder einfach nur mit einem erfrischten, klaren Kopf ins neue Jahr starten wollen. Dass sich Ceviche blitzschnell zubereiten lässt, ist ein weiterer Vorteil. Wer hat am traditionell eher verschlumpften 1. Januar schon Lust, ewig in der Küche zu stehen?

Wir gingen also am 31.12. zum Fischhändler unseres Vertrauens und entschieden uns dort für Filets vom brandenburgischen Zander und Viktoriabarsch.

Unsere Einkaufsliste:

  • 400 g Fischfilet
  • 1 große Süßkartoffel
  • 3 Zwiebeln
  • 1 Fläschchen Limettensaft (200 ml)
  • getrocknete Chilis (die frischen waren aus)
  • frischer Koriander

Und so haben wir unsere Ceviche zubereitet (Dauer alles in allem ca. 30 Minuten):

  1. Chilis klein schneiden (ihr entscheidet selbst, wie scharf ihr es mögt), Zwiebeln in hauchfeine Ringe schneiden
  2. Chilis und einen Teil der Zwiebeln in einer Glasschüssel mit dem Limettensaft vermischen und etwas ziehen lassen
  3. Koriander kurz abspülen, Blätter abzupfen, ein bisschen kleiner hacken
  4. Die Süßkartoffel schälen und in große Stücke schneiden. Mit wenig Wasser (und ev. auf einem Einsatz) im Topf etwa 15 Minuten (dampf-)garen.
  5. Die Fischfilets in mundgerechte Happen schneiden, in die Glasschüssel geben und vorsichtig umrühren. Wir haben den Fisch 10-15 Minuten drin gelassen und dabei hin und wieder umgerührt, damit der Limettensaft auch überall hin kommt.
  6. Fisch samt Chilis und Zwiebeln auf zwei tiefe Teller verteilen. Ein Teil der Tigermilch darf ruhig mit dazu. Nicht zu viel, ihr wollt ja keine Suppe haben.
  7. Die restlichen Zwiebelringe und den frischen Koriander drüber streuen.
  8. Die noch warme Süßkartoffel neben den Fisch auf den Teller setzen.
  9. Sofort essen!

Wir haben unsere Ceviche ordentlich scharf gemacht, so dass sich beim Essen Schweißtröpfchen auf unserer Nase bildeten und die Nebenhöhlen ordentlich durchgepustet wurden. Auf unserer Zunge explodierten wie bei unserem ersten Mal im Restaurant die Aromen, und unsere Köpfe fühlten sich auf einmal ganz leicht an. Experiment gelungen!

Habt ihr schon mal Ceviche selbst gemacht? Welche Tipps habt ihr für uns? 

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