Fernwehkochen: Mit „Gallo Pinto“ zurück nach Nicaragua

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Vier Wochen lang täglich mindestens ein Mal Reis mit Bohnen… das hat uns damals wirklich überfordert. Dabei ist das nicaraguanische Nationalgericht „Gallo Pinto“ echt lecker – wenn man es in Maßen genießt. Und dabei super gesund, ganz einfach zuzubereiten und obendrein vegan.

Beim Mittagessen habe ich heute in Erinnerungen an eine Reise geschwelgt, die inzwischen schon 15 Jahre zurück liegt: 4 Wochen waren wir damals in Nicaragua unterwegs, vom Atlantik, wo sich die Surfer tummeln, bis zur Karibik, dem Taucher-Dorado, wo wir schräge Geschichten von angespülten Drogenpaketen hörten, mit denen (angeblich) die vereinzelten Protzvillen zwischen den pastellfarben gestrichenen, einfachen Holzhäuschen bezahlt wurden. Wir haben verdammt aktiven Vulkanen in die rot glühende Caldera geschaut und sind in knallbunt überlackierten, ehemaligen US-Schulbussen von A nach B gebrettert, deren Fahrer sich mit lautstarker Musik wach hielten (Queen! Die größten Hits der 80er!) und mit unzähligen Jesusbildchen den nötigen seelischen Beistand rund ums Lenkrad pflasterten. Wir haben unsere erste Kaffeeplantage besucht, die unter Backpackern legendäre „Finca Magdalena“, welche sich, ungelogen, auf einer Insel mit zwei Bergen befindet.

Und jeden Tag haben wir mindestens zwei Mal Reis mit Bohnen gegessen: „Gallo Pinto“, den wörtlich übersetzten „angemalten Hahn“. Zum Frühstück gerne mit Spiegelei garniert, manchmal gab’s frittierte Bananen dazu, an der Küste, Hallelujah!, auch Mal frischen Fisch. Hühnchen haben wir gemieden, nachdem uns blutiges Federvieh-Tauwasser aus einem aufs Busdach gebundenen Sack während der Fahrt durchs geöffnete Fenster auf den Arm tropfte… Nach 4 Wochen hatten wir die wohl fetteste Essens-Überdosis, die man sich nur vorstellen kann.

Und heute? Kann ich das (wirklich leckere und gesunde!) Nationalgericht der „Nicas“ wieder genießen, das obendrein in meinem Kopf viele viele schöne Erinnerungen aufploppen lässt. Zum Beispiel an meinen Tauchkurs auf Little Corn Island, bei dem wir uns den Buddy Check, ehe man ins Wasser darf, mit folgender Eselsbrücke einprägten: Rice With Beans And Fish.

Das Rezept für Gallo Pinto ist übrigens echt simpel

  1. Schwarze Bohnen abkochen.
  2. Zwiebeln mit gekochtem Reis in einer Pfanne anbraten.
  3. Bohnen dazu geben.
  4. mit klein geschnittenen frischen Tomaten pimpen.

¡Buen provecho! Guten Appetit!

Foodporn war vor 15 Jahren noch nicht erfunden…

Aber immerhin fanden wir unser tägliches Gallo Pinto schon damals so denkwürdig, dass wir es mit unseren Digicams verewigt haben 🙂

Gallo Pinto_El Castillo_Nicaragua

Und nicht zu vergessen: Den löslichen Kaffee, den es überall gab, obwohl in Nicaragua erstklassiger Kaffee angebaut wird (aber der geht wohl direkt in den Export). Manche Backpackerhostels stellten deshalb große, bunte Schilder vor die Tür, auf denen sie mit „REAL COFFEE“ warben.

Gallo Pinto_instantkaffee_Nicaragua

Vielleicht geht es euch ja wie uns und ihr mischt gerne mal euer Rezepterepertoire auf? Vielleicht habt ihr Lust, weniger Fleisch zu essen, und sucht nach leckeren, gesunden Alternativen? Oder wart ihr vielleicht auch schon in Nicaragua und habt jetzt Fernweh bekommen?

So oder so: Wir wünschen euch viel Spaß beim Ausprobieren!

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