Nelson: Handgepflückte, zwölf Monate lang eingelegte Oliven

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Nachdem unser braver Campervan gestern über die Serpentinen des Takaka Hill geschnauft war und wir durch die Küstenorte Richtung Nelson rollten, lockten uns alle paar hundert Meter Schilder am Straßenrand: Frische Kirschen! Äpfel, Birnen, Kiwis vom Hof! Echtes Fruchteis! Oliven! Wir also ein ums andere Mal in die Eisen gestiegen. Haben Kirschen gekauft – 600 Gramm für stolze $10, obwohl die Kirschbäume direkt daneben wuchsen, aber aromatisch waren sie, immerhin. Haben Äpfel und Birnen gekauft (große Beutel für $3, ebenfalls lecker). Und waren bei den Oliven zu perplex um rechtzeitig anzuhalten.

Oliven? In Neuseeland?

Heute schlendern wir über den Farmer’s Market in Nelson, auf dem auch der deutsche Metzger, von dem wir schon mehrfach gehört hatten, einen Stand hat. Eigentlich ist es eine Metzgersfrau, die ursprünglich aus Bayern kommt, wo sie ihr Handwerk gelernt hat, erzählt sie uns. Neben Bratwürsten und Salamis verkauft sie auch warmen Leberkäs im Brötchen. Da können wir nicht widerstehen.

Es gibt nur wenige Stände auf dem Mittwochs-Wochenmarkt, die um einen kleinen, von Geschäften gesäumten Platz gruppiert sind. Aber das Angebot ist interessant, viel handwerklich Gemachtes: Da gibt es Reiscracker in verschiedenen Geschmacksrichtungen, sortenreinen Honig, frische Kräuter im Töpfchen, guten Käse, einen Bäcker mit verlockender Auslage (aber wir haben uns gerade erst im Bioladen in Takaka eingedeckt – danke an Blog-Leserin Dörte für den Tipp!), Biogemüse aus der Gegend. Und Oliven! Dieses Mal bleiben wir stehen, um zu probieren – und nachzufragen.

Klar wachsen Oliven in Neuseeland, erklärt uns Mary Furness lächelnd und lässt sich gerne weiter von mir löchern. Am besten machten sich die italienischen Sorten, sagt sie, aber sie habe auf ihrem Acker auch israelische, obwohl es in Neuseeland natürlich mehr regne. Aber der Boden sei sehr gut geeignet. Sie sei aber eine der wenigen in Neuseeland, die eingelegte Oliven verkaufe, die meisten produzierten nur das Öl. Und dann erzählt sie uns noch, dass ihre Oliven von Hand gepflückt und zunächst für zwei bis drei Wochen in Wasser eingelegt werden, das regelmäßig erneuert wird, um die Bitterstoffe auszuschwemmen. Danach lässt sie sie ganze zwölf Monate fermentieren und mariniert sie in Olivenöl, das sie ebenfalls selbst produziert. Das, was wir gerade probieren, sei die Ernte von 2012.

Wir dürften zwei verschiedene Sorten kosten, die nur in Olivenöl, ohne weitere Gewürze eingelegt sind. Die grünen sind fester und würziger, die bräunlich-auberginefarbenen weicher und milder, aber beide haben einen unglaublich intensiven Eigengeschmack, der noch lange auf der Zunge nachklingt. Sie bewirtschafte ihren Olivenhain seit sieben Jahren, sagt Mary, davor habe sie rein gar nichts über Oliven gewusst. Vielleicht ist das die Bescheidenheit, die für Neuseeländer so typisch ist. Aber wahrscheinlich liegt es an ihrer Begeisterung, die auch durchklingt, als sie uns von ihrer Arbeit erzählt, dass ihre Oliven und ihr Öl so gut schmecken.

Nelson Farmers Market
Mittwochs 11-16 Uhr, Morrison Square (Morrison Ecke Hardy Street)

Beulah Ridge Olives, 198 Horton Road, Tasman 7173, Nelson, Tel. 03-5402450

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