Neuseeland im Glas: Diese 8 Drinks solltet ihr nicht verpassen!

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Unsere Auswahl ist natürlich geprägt von Subjektivität und rosaroten Erinnerungen. Wenn man sieben Monate lang mit dem Vorhaben, ALLES zu probieren, über die Nord- und Südinsel cruist, kommt eine ganze Menge zusammen… Wenn ihr also meint, dass etwas Wichtiges fehlt, dann rein damit in die Kommentare!

L&P
World famous in New Zealand“ lautet der selbstironische Slogan dieser Zitronenlimo, die im kleinen Örtchen Paeroa erfunden wurde. Hier, am Eingang zur Coromandel Halbinsel, gibt es eine Mineralwasserquelle, von der schon die Maori gerne tranken. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Paeroa Natural Mineral Water Company, das Wasser in Flaschen abzufüllen und kurze Zeit später auch mit Zitronensaft (und Zucker) zu versetzen. Lemon and Paeroa war geboren. Die Limo wurde so beliebt, dass die Firma immer weiter wuchs und mehrfach den Besitzer wechselte; heute wird sie vom Coca Cola Konzern in Auckland hergestellt. Erhältlich ist L&P aber nach wie vor nur in Neuseeland! Und im Geburtsort Paeroa wurde ihr ein Denkmal in Form einer haushohen, braun-gelben Lemon & Paeroa-Flasche erbaut.

Flat White
Mit diesem hübschen Namen wird die neuseeländische Variante des Capucchino bezeichnet: Er besteht ebenfalls aus einem Drittel Espressokaffee und zwei Dritteln Milch, allerdings schwimmt diese in Form von cremigem Mikroschaum auf dem Heißgetränk. Wer es also nicht mag, wenn die Milchhaube auf seinem Kaffee die Konsistenz von Bauschaum hat, der sich hartnäckig an der Oberlippe festklammert, wird wird den Flat White lieben. Als Kaffeehauptstadt des Landes gilt Wellington, man bekommt aber selbst in winzigen neuseeländischen Ortschaften richtig guten Kaffee. Nur eine Frage bleibt bis heute ungeklärt: War es ein Neuseeländer oder Australier, der den Flat White erfunden hat?

India Pale Ale (IPA)
Bei dieser Biersorte ist der Fall klar: Erfunden wurde sie von einem Brauer in Großbritannien. Seine Mission war es, ein Bier zu erzeugen, das ohne zu verderben von England bis in die indische Kolonie verschifft werden konnte. Der gute Mann hatte eine clevere Idee: Er erhöhte den Alkoholgehalt auf satte 8% und verwendete mehr Hopfen, dessen Öle den Geschmack des Bieres stabilisierten. Der hochprozentige Gerstensaft kam so gut an, dass die in Indien lebenden Briten nicht im Traum daran dachten, es – wie vom Braumeister vorgesehen – mit Wasser zu verdünnen. Die vielseitigen Aromen, die der Hopfen ins Bier bringt, sind heute das Markenzeichen des IPA. Wer deutsche Biere gewohnt ist, muss sich jedoch meist erst mal langsam an den Geschmack heran trinken.

Craft Beer
Die schlechte Nachricht vorweg: Bier ist in Neuseeland teurer als in Deutschland. Im Supermarkt gerät man daher leicht in Versuchung, eine der halbwegs bezahlbaren Großpackungen in seinen Einkaufswagen zu hieven. Denn beim Blick ins Kühlregal, wo die Einzelflaschen mit Craft Beer stehen, schießt so manchem Bierliebhaber der Blutdruck in die Höhe: Der Preis entspricht etwa dem einer (günstigen) Flasche Wein! Wer Bier jedoch nicht nur aus Gewohnheit oder wegen des Alkohols kippt, sollte unbedingt mal eines probieren und sich überraschen lassen. Die Auswahl ist je nach Geschäft ordentlich bis überwältigend und deckt so ziemlich alle bekannten Biersorten ab. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann dann den Rest seiner Neuseelandreise dazu nutzen, so viele kleine Brauereien wie nur irgend möglich zu besuchen. Denn frisch vom Fass gezapft schmeckt es natürlich noch mal so gut. An zwei Orten in Neuseeland ballen sich die Craft Beer Brauer: in der Hauptstadt Wellington und in Nelson, denn rund um die Kleinstadt im Norden der Südinsel liegt das Hopfenanbaugebiet des Landes!

Neuseeländischer Wein
Es hat sich längst bis nach Europa herumgesprochen, dass am anderen Ende der Welt ganz vorzügliche Weine gekeltert werden. Zuerst trat der Sauvignon Blanc aus Marlborough seinen Siegeszug um den Globus an; inzwischen sind Weinliebhabern auch die Regionen Hawke’s Bay und Central Otago ein Begriff, womöglich sogar die kleinen Regionen Martinborough, Waipara, Gisborne oder Waiheke. Hunderte Weingüter gibt es in Neuseeland – doch die meisten von ihnen produzieren nur so kleine Mengen, dass davon wenig bis nichts in den Export gelangt. Wer also gerne Wein trinkt, sollte der einen oder anderen „Cellar Door“ einen Besuch abstatten, um direkt beim Erzeuger zu verkosten.

Barker’s Fruchtsirupe
Im Campervan ist meist kein Platz für große Mengen Getränke. Wasser kann man jedoch auf jedem Campingplatz nachfüllen – und mit einem Schuss Fruchtsirup wird daraus ein leckeres Erfrischungsgetränk. Wer es dabei schön fruchtig, aber nicht übermäßig zuckrig mag, sollte mal die Sirupe der neuseeländischen Firma Barker’s probieren: Sie werden aus Direktsaft (also ausgepressten Früchten, kein Konzentrat) hergestellt, ohne Zusatz von Farb- oder Konservierungsstoffen. Neben Zitrone gibt es allerlei Beerenfrüchte, aber auch Rhabarber oder Holunderblüte. In Geraldine (auf dem Weg von Lake Tekapo nach Christchurch) kann man sich übrigens quer durch das Sortiment probieren, dort sitzt nämlich die Firma und betreibt einen kleinen Laden (76B Talbot Street), in dem allerlei Kostproben – Sirup, Saft, Marmeladen, Chutneys und mehr – für Kunden bereit stehen.

Gingerbeer
Warum dieses Getränk in Deutschland noch immer nahezu unbekannt ist, ist mir absolut schleierhaft. Es schmeckt anders als Ginger Ale – weniger nach Zucker, mehr nach Ingwer. Eine Limo mit herrlich erfrischender Schärfe. Zumindest wenn man im Supermarkt nach der richtigen Sorte greift, zum Beispiel dem Ginger Beer von Mac’s (welches im Gegensatz zum australischen „Bundaberg“ aus Neuseeland stammt). Übrigens gibt es Ginger Beer auch als alkoholisches Bier. Also lieber nochmal auf die Flasche schauen, bevor man seinem durstigen Kind eine vermeintliche Limo in die Hand drückt 😉

Moonshine
Im Süden der Südinsel, dort wo die Landschaft ein wenig an die schottischen Highlands erinnert, siedelten im 19. und 20. Jahrhundert viele ausgewanderte Schotten. Natürlich brachten sie auch ihre kulinarischen Kulturgüter mit: Haggis und Whisky. Weil der hochprozentige Alkohol jedoch zu gewissen Exzessen führte, wurde dort 1902 – nach einer hitzigen Diskussion, bei der auch die Kirche kräftig mitmischte – die Prohibition verhängt. Sie dauerte 52 Jahre, hielt die eigensinnigen Highlander jedoch nicht davon ab, heimlich weiter ihren Whisky herzustellen. Noch heute kann man den sogenannten Moonshine verkosten und sich die ganze wilde Geschichte erzählen lassen: und zwar im Museum in Gore. Das übrigens heute von den Kiwis als die langweiligste Stadt des Landes geschmäht wird. Kaum zu glauben.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Julia,
    ich musste mal wieder gewaltig schmunzeln, als ich deinen Beitrag gelesen habe. Denn auch mein Gutster und ich können nicht verstehen, weshalb das gute Gingerbeer hier in Deutschland noch nicht bekannt ist. Daher haben wir uns tatsächlich vor gut 2 Jahren auf den Weg gemacht, und unserer eigenen Varianten entwickelt. Kurzum: in diesem Jahr haben wir das erste Mal unsere Gingers (es sind zwei Varianten geworden, Ginger Root und Gentle Ginger) abgefüllt und versuchen jetzt alle Gingerholics und die, die es noch werden wollen, zu erreichen. Falls du Lust hast, schau gerne mal auf unserer Homepage oder auf FB vorbei. Vielleicht findet sich bei dir in der Nähe eine der ersten Locations oder Spätis, wo es unsere zwei Schätze zu kaufen gibt. Und vielleicht schmeckt es dir ja, das würde uns besonders freuen 🙂
    Liebe Grüße von den beiden Gingerholics und Neuseelandliebahbern, Andrea und Dominik

  2. Liebe Andrea, der Getränkeladen bei uns ums Eck verkauft jetzt Bundaberg Gingerbeer und ich weiß nicht, ob ich mich freue oder ob das Bedauern größer ist, dass die köstlichen Ingwerlimos, die es in Neuseeland gibt, hierzulande nicht erhältlich sind – mit schöner Schärfe, dafür weniger zuckrig. Seufz. Freue mich daher ungemein, dass ihr etwas dagegen unternehmen möchtet! Wo können wir euer Gingerbeer denn mal probieren? Viele Grüße, Julia

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