Bärlauch sammeln und haltbar machen: So nutzt ihr die kurze Saison [mit Rezepten!]

Bärlauch sammeln und verarbeiten und haltbar machen

Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen und man morgens plötzlich von Vogelgesang begrüßt wird, dann ist es endlich wieder soweit: Die Bärlauch-Saison hat begonnen! In Berlin ist das meistens gegen Mitte/Ende März der Fall, im Süden Deutschlands vermutlich ein bis zwei Wochen früher. Und da man die Wildpflanze nur wenige Wochen lang ernten kann (die Saison endet, wenn der Bärlauch blüht), empfiehlt es sich, ziemlich schnell Schere und Beutel zu packen und sammeln zu gehen!

  • Wo in eurer Nähe Bärlauch wächst, findet ihr am besten über diese Karte auf Mundraub.org heraus! Einfach den Menüpunkt „Kräuter“ auswählen und dann „Bärlauch“ und schon werden euch alle Standorte bundesweit und darüber hinaus angezeigt.
Bärlauch-Teppich im Plänterwald

 Wunderlauch-Teppich im Plänterwald

Wir haben das frühsommerliche Wetter am letzten Wochenende genutzt und sind an unsere Stammstelle in den Berliner Plänterwald gefahren. Dort wächst zwar nicht der echte Bärlauch, sondern „nur“ ein verwandtes Kraut, das die einen „Wunderlauch“, die anderen „russischer Bärlauch“ nennen und das etwas weniger stark nach Knoblauch riecht und schmeckt. Dafür ist der Waldboden dort wie ein Teppich mit den schlanken grünen Blättern bedeckt. Obwohl sich die Stelle inzwischen herumgesprochen hat, konnte ich bisher immer genug ernten.

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Wildkräuter in Berlin (1): Welche Kräuter echte Superfoods sind und wo ihr sie findet (macht auch mit Kindern Spaß!)

Wildkräuter-Seminar bei "Grüne Smoothies" in Berlin Kreuzberg

Bei einer Wildkräuterführung in Berlin habe ich gelernt, dass Löwenzahn, Brennessel, Gänseblümchen & Co voller gesunder Inhaltstoffe stecken. Echte Superfoods also, und dabei völlig kostenlos! Worauf ihr beim Sammeln und Verspeisen achten müsst, erzähle ich euch hier. 

Mitten in Kreuzberg, an der stark befahrenen Urbanstraße, gibt es eine imposante steinerne Toreinfahrt, die einst auf das Gelände der Berliner Wasserbetriebe führte. Das hier ist mein Kiez. Ich bin schon viele, viele Male an der auffälligen Einfahrt vorbei gefahren und habe mich jedes Mal gefragt, was sich wohl dahinter verbirgt. Heute gehe ich hindurch, denn der Treffpunkt für das Wildkräuterseminar ist im Hinterhof.

Toreinfaht in der Kreuzberger Urbanstraße, hier geht es zu den Grünen Smoothies und Wildkräutern

Als ich um eine Hausecke herum laufe, stehe ich unverhofft auf einer Wiese mit Bäumen, gesäumt von sanierten Backsteingebäuden. „Über das Jahr verteilt wachsen hier über 40 verschiedene essbare Wildkräuter“, hat Carla Groscurth, eine der Inhaberinnen von „Grüne Smoothies“, mir bei der Anmeldung erzählt. Der Laden, in dem das Seminar stattfindet, befindet sich im Souterrain eines der Gebäude. Verkauft werden dort Grüne Smoothies To-Go und tütenweise frische Wildkräuter.

Dank der vielen, historisch bedingten Brachen, in denen die Natur mitten in der Stadt ungestört gedeihen darf, ist die Berliner Flora enorm vielfältig. Trotzdem: 40 verschiedene essbare Wildkräuter alleine in einem überschaubar großen Hinterhof – das finde ich schon unglaublich. Es gibt mir eine erste Idee davon, wie viele leckere und gesunde Kräuter ich wahrscheinlich vor meiner Haustüre sammeln kann, wenn ich mich ein bisschen besser auskenne. Na ja, oder zumindest im nächsten Park. Direkt vor meiner Tür hätte ich doch Bedenken, dass ein Hund drauf gepinkelt hat. Oder dass die Pflanzen zu viele Autoabgase abbekommen haben.

Auch darüber werde ich in dem Wildkräuterseminar etwas erfahren: Welche essbaren, in der Stadt gesammelten Kräuter ich tatsächlich essen kann und wovon ich lieber die Finger lassen sollte.

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Wildkräuter in Berlin (2): Glossar der wichtigsten essbaren Kräuter – mit Anwendungsmöglichkeiten

Wildkräuter in Berlin selbst sammeln ein kleines Glossar der wichtigsten Kräuter

Diese Kurzportraits geben nur einen kleinen Einblick! Zur genauen Bestimmung der Pflanzen und um ihre Anwendungsmöglichkeiten im Einzelnen nachzulesen, empfehle ich folgende Bücher: 

  • Detlev Henschel: Essbare Wildbeeren und Wildpflanzen. Sammeltipps, Verwendung, Giftige Doppelgänger. KOSMOS Verlag.
  • Steffen Guido Fleischhauer et al.: Essbare Wildpflanzen. 200 Arten bestimmen und verwenden. AT Verlag.

Wer mehr über das Sammeln von Wildkräutern lernen möchte, findet hier einige Anbieter von Kräuterwanderungen und Seminaren.

Ungeliebte Brennessel: ein echtes Superfood

Jeder kennt sie, kaum einer mag sie. Dabei ist die Brennessel ein echtes Superfood, das beinahe überall umsonst geerntet werden kann! Man muss nur einen Trick kennen, um sie unbeschadet verzehren zu können: Entweder blanchiert man die Blätter ein paar Sekunden lang oder wiegt sie mit dem Messer oder rollt sie vorsichtig (!) mit dem Nudelholz. Dann brennen die Härchen auf den Blättern nämlich nicht mehr. Dafür erhält man die volle Dosis Nährstoffe: viel Magnesium, Kalium, Eisen, Kieselsäure, Eiweiß, Vitamin A, C, E sowie 1-2% Flavonoide. In den Samen stecken außerdem 30% fettes Öl, Schleimstoffe und Carotinoide. Die Brennessel schmeckt wie besonders aromatischer Spinat und lässt sich wie solcher zubereiten. Man kann sie auch in grüne Smoothies oder den Salat geben, Pesto daraus machen oder Tee. Die Samen haben einen nussigen Geschmack. Früher nutzte man die blutreinigende und entgiftende Wirkung der Brennessel gerne für eine Frühjahrskur. Getrocknet sind die Blätter aber auch gute Mineralstofflieferanten im Winter.

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Koreanische Eierbrötchen (Gyeran Bbang): Super leckeres Street Food, super einfach selbst gemacht (Rezept)

So werden Gyeran Bbang (koreanische Eierbrötchen) gemacht

Es soll ja Menschen geben, die niemals ohne hart gekochte Eier als Proviant eine Reise antreten. Auch wenn es nur ein Sonntagnachmittagsausflug ist. Und ich muss gestehen: Seit uns die fliegenden Händler in Myanmar vier Wochen lang immer wieder hartgekochte Wachteleier unter die Nase hielten, habe auch ich diesen äußerst praktischen, weil schön portionierten und sättigenden Snack schätzen gelernt. Nur: hartgekochte Eier alleine schmecken ja auf Dauer langweilig. Mal ganz abgesehen vom lästigen Gefriemel mit dem Salz unterwegs.

Umso glücklicher war ich, als ich Gyeran Bbang entdeckte (ähem, auf Instagram… In Korea ist uns dieses Street Food irgendwie entgangen): koreanische Eierbrötchen in Muffinform. Das Rezept klang super simpel, die Fotos sahen extrem appetitlich aus, außerdem lieben wir die koreanische Küche, seit wir uns ein paar Tage lang quer durch Seoul gefuttert haben. Und ich hatte tatsächlich alle benötigten Zutaten bereits im Haus – das kommt ja bei einem neuen Rezept auch nicht sooooo oft vor!

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Hummus nach israelischem Original-Rezept: Ich verrate euch, was ich beim Workshop in Jerusalem gelernt habe

Hummus selbst machen: In Jerusalem habe ich gelernt, wie's geht


Die ganze Welt will lernen, wie man original israelisches Hummus macht: Rastaman Vincente aus Italien, der jüdische Ingenieursstudent Thomas aus Polen, die hochschwangere Lauren aus dem mittleren Westen der USA mit ihrem Mann (die mich die ganze Zeit an die Flanders aus den Simpsons erinnern), der lässige Max aus Australien (obwohl er „keine Ahnung vom Kochen“ hat), sogar Jamie Lanister aus Game of Thrones (oder ein täuschend echter Doppelgänger) mit seinen beiden Kindern (die mit viel Spaß und Geschick bei der Sache sind). Und natürlich ich.

13 Leute sind wir insgesamt, die im Abraham Hostel in Jerusalem um einen langen Tisch herum sitzen und sich drauf freuen, unter Anleitung von Yoni etwas zuzubereiten, das anschließend hoffentlich lecker genug für unser Abendbrot ist. Vor uns stehen Schüsseln voller Kichererbsen (bereits gekocht, ich schnabuliere schnell ein paar) und Tahini (Sesampaste), Flaschen mit Olivenöl, Salzstreuer, Pfeffermühlen, da liegen Büschel frischer Petersilie, Knoblauchknollen und in einer großen Schale Zwiebeln, Tomaten, Gurken, Zitronen. Es ist 19 Uhr. Um uns herum im großen Speisesaal wird bereits lautstark gegessen, gekocht und in allen möglichen Sprachen erzählt. Ich spüre, wie mein Magen knurrt. Das Begrüßungsbier, das ich als Gast an der Hostelbar bekommen habe und an dem ich bereits nippe, braucht dringend Gesellschaft.

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