Wenn im Park der Holunder blüht: Mach Limonade daraus! [MIT REZEPT]

Holunderblüten am Busch

Jedes Jahr, so etwa Anfang Juni, wünsche ich mir, fünf Meter groß zu sein. Oder ausfahrbare Stelzenbeine zu besitzen. Nur für einen einzigen Tag, das würde mir genügen. Mitte Mai etwa fangen nämlich die Holunderbäume an zu blühen, die in dem großen Park am Ende unserer Straße wachsen. Der Volksmund spricht ja vom „Hollerbusch“, aber die Exemplare bei uns sind schon äußerst groß gewachsene Büsche mit ziemlich langen Stämmen. Und gaaaaanz oben, wo die Sonne am kräftigsten draufscheint, sitzen riesige Blütendolden, dicht an dicht. Soweit ich das von hier unten erkennen kann, sind sie schwer von gelben Pollen.

Genau solche Blüten wollen die kleine Co-Jägerin und ich sammeln, um daraus Holunderblütensirup zu kochen. Je mehr Pollen, desto mehr Geschmack anschließend. Idealerweise sammelt man deshalb an einem sonnigen Tag, dem mindestens ein, zwei trockene Tage vorangegangen sind, und nimmt nur weit geöffnete Blüten, die stark duften. An die Dolden ganz da oben kommen wir leider nicht ran, aber im Grunde ist es natürlich gut, dass ein Teil für uns Sammler unerreichbar bleibt, denn wir wollen den Baum ja nicht ratzeputz ableeren. Und so schwirren wir wie zwei Bienchen von Baum zu Baum und legen – schnipp, schnapp, schnipp, schnapp – Blüte um Blüte in unsere mitgebrachte Tüte.

Die kleine Co-Jägerin ist mit Feuereifer bei der Sache und entdeckt die Holunderbäume, die sich gerne zwischen wucherndem Grünzeug und hinter Wänden aus Brennesseln verstecken, oft noch vor mir. „Ganz alleine!!!“ schneidet sie dann die Dolden ab. Zumindest solange mein Bizeps das mitmacht, denn auch sie hat leider keine ausfahrbaren Fünf-Meter-Beine, den Job müssen meine Arme übernehmen.

Wenn wir genug gesammelt haben, tragen wir unsere Beute nach Hause und machen Holunderblütensirup daraus. Und zwar so:

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Kulinarischer Brandenburg-Ausflug: Auf nach Waldsieversdorf zum Torte Essen und Wandern um den Badesee

Waldsieversdorf-Wandern-mit-Kind-Badesee-Kulinarik-Brandenburg-Märkische-Schweiz

Das Ausflugsziel im Kurzcheck:

  • Erreichbarkeit ab Berlin? Mit Öffis in 52 Minuten (ab Lichtenberg mit 1x umsteigen), mit dem Auto eine gute Stunde
  • Kindertauglich? Mehrere Badestellen, ein Bach zum Spielen, Kletterbäume, ein Wasserturm und am Ende warten Eis und Kuchen. Noch Fragen?
  • Hofladen? Ja
  • Gastronomie? Ja
  • Lässt sich verbinden mit …? Einem Abstecher nach Buckow, Perle der Märkischen Schweiz. Lohnt sich alleine schon wegen der serpentinigen Abfahrt – ein Gefühl von Gebirge mitten in Brandenburg!

Corona-Update

Seit dem 15.5. darf man auch wieder in Brandenburg übernachten. Wir haben das Wochenende genutzt, um Waldsieversdorf zu besuchen und haben in unserem Haus am See mit eigenem Badesteg eine Zeit lang vergessen, dass es Corona überhaupt gibt. Ein Stück des Wanderweges ist gesperrt, weil ein Sturm vor einigen Woche Bäume entwurzelt und Äste abgebrochen hat, was noch nicht alles weggeräumt und gesichert worden ist. Ihr könnt aber trotzdem eine schöne Runde laufen.
Unser Tipp: Nehmt ein Handtuch mit und hüpft kurz in den See! Wir haben das letztes Jahr schon gemacht, ganz spontan und ohne Badesachen, weil der Weg am Ufer entlang so geschützt liegt, dass es richtig warm war. In diesem Jahr ist eine Tradition draus geworden, denn wir haben wieder in Waldsieversdorf die Saison angebadet 🙂

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Instagram-Jahresrückblick 2019: unser Jahr in 12 Bildern

Wenn ich entscheiden müsste, in welchem Land wir in diesem Jahr am besten gegessen haben, würden sich Sizilien und Singapur wahrscheinlich ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Die Frage, welche Reise am schönsten war, ist da schon sehr viel schwieriger zu beantworten. Die Wanderungen in den georgischen Bergen, die wilden Campingplätze in Litauen, die opulenten Barockstädte und die Gastfreundschaft Siziliens, die vielen kleinen und großen Stadtfluchten raus nach Brandenburg – sie alle hatten ihren ganz eigenen Reiz.Einige besonders schöne Momente lassen wir hier in zwölf Lieblingsbildern noch einmal Revue passieren.

Unser Instagram-Favorit im Monat Dezember

Los geht’s mit einem Foto vom malayische Teil der Insel Borneo, denn da sind wir gerade! Über die Feiertage haben wir in Singapur unglaublich gutes Essen genossen und eine Stadt erlebt, die Weihnachten ziemlich quietschbunt interpretiert – sogar mit einem klimatisierten „Nordpol“-Zelt samt Santa Claus. Auf Borneo erleben wir jetzt das Kontrastprogramm: viel Natur, den ältesten Regenwald der Welt, wir haben Orang Utans und Sun Bears gesehen und hoffen noch auf Nasenaffen. Silvester werden wir auf einer Dachterrasse am Meer verbringen – im T-Shirt.

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Pop Up 2025: Zum Überraschungs-Dinner ins unterschätzte Magdeburg

Aufmacher_Küchenteam offene Küche Location Pop Up 2025 Magdeburg (c) www.JaegerDesVerlorenenSchmatzes.de

Alle Fotos (c) Daniel Grünig

Es gibt Städte, die gelten als so aufregend und sexy, dass ihr Ruf ihnen vorauseilt. Die man sofort auf seine Wunschliste schreibt, kaum dass man das erste Mal von ihnen gehört hat. Deren Besuch Sehnsüchte stillt und alle daheim Gebliebenen mit Neid erfüllt. Magdeburg gehört nicht dazu. Noch nicht!

Denn ein umtriebiges Team aus kreativen Köpfen ist in diesem Jahr angetreten, die unterschätzte Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, die sich als europäische Kulturhauptstadt für das Jahr 2025 beworben hat, ins Scheinwerferlicht zu rücken. Mit ihrer Eventreihe Pop Up 2025 bringen sie bei 25 Überraschungsessen in 20 verschiedenen Locations Köche, Produzenten, Landwirte und Genusshandwerker aus der Region mit neugierigen Gästen (nicht nur) aus Magdeburg zusammen.

Vier Dinnerabende gab es bereits im Auftaktjahr 2019, die nicht nur damit überraschten, dass sie in einer bis zuletzt geheim gehaltenen Location stattfanden. Sondern vor allem damit, was für ein (kulinarisches) Potenzial in Magdeburg schlummert.

Fünf-Gänge-Menü im historischen Tram-Depot

Nach Magdeburg fährt man weniger als zwei Stunden von Berlin aus. Geradezu perfekt also für einen Tagesausflug oder einen Kurztrip übers Wochenende. Und trotzdem bin ich an diesem Samstag Ende November tatsächlich zum ersten Mal in der 230.000-Einwohner-Stadt.

Der Bus, der mich von Berlin nach Magdeburg bringt, hält direkt hinter dem Hauptbahnhof. Der Treffpunkt für das Pop Up Dinner befindet sich nur wenige Schritte entfernt, auf der anderen Seite des Bahnhofs. Das wurde mir wenige Tage vorher in einer Email mitgeteilt, die gerade so viel verriet, dass ich NOCH neugieriger auf das bevorstehende Dinner wurde: Der Treffpunkt ist nicht der Veranstaltungsort….der Abend beginnt mit einem Sektempfang…gegen 19 Uhr erreichen wir die Location…bringen Sie einen warmen Pullover mit.

Vielleicht ist es sogar von Vorteil, dass ich mich in Magdeburg nicht auskenne, denke ich. So kann ich die Raterei anderen überlassen und mich einfach überraschen lassen.

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Familienausflug nach Brandenburg im Advent: Besuch beim Weihnachtsmann in Himmelpfort

Weihnachtsmann Weihnachtshaus Briefkasten Wunschzettel Himmelpfort (c) www.JaegerDesVerlorenenSchmatzes.de

In Himmelpfort steht das Haus des Weihnachtsmanns. Oder vielmehr sein Zweitwohnsitz, denn bekanntermaßen wohnt er ja am Nordpol. Fest steht jedenfalls: Nur eineinhalb Stunden nördlich von Berlin kann man den bärtigen Herrn im roten Mantel in seiner guten Stube besuchen. Sogar im Sommer steht darin ein geschmückter Weihnachtsbaum, unter dem Geschenke liegen. Wer den Weihnachtsmann treffen und ihm den Wunschzettel persönlich übergeben möchte, sollte jedoch in der Adventszeit nach Himmelpfort fahren.

In diesem Jahr hat die kleine Co-Jägerin darauf bestanden: Ich will den Weihnachtsmann besuchen! Gemeint hat sie damit: Sie will nicht nur sein Haus besuchen, sondern endlich auch mal den Herrn in Rot antreffen und ihm persönlich erzählen, was sie sich zu Weihnachten wünscht.

Und ganz egal, ob man nun noch an den Weihnachtsmann glaubt oder nicht: So ein bisschen Magie in der Vorweihnachtszeit begeistert nicht nur die Kinder 🙂 Auch wir Großen fanden den Ausflug nach Brandenburg richtig schön.

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