Wenn im Park der Holunder blüht: Mach Limonade daraus! [MIT REZEPT]

Holunderblüten am Busch

Jedes Jahr, so etwa Anfang Juni, wünsche ich mir, fünf Meter groß zu sein. Oder ausfahrbare Stelzenbeine zu besitzen. Nur für einen einzigen Tag, das würde mir genügen. Mitte Mai etwa fangen nämlich die Holunderbäume an zu blühen, die in dem großen Park am Ende unserer Straße wachsen. Der Volksmund spricht ja vom „Hollerbusch“, aber die Exemplare bei uns sind schon äußerst groß gewachsene Büsche mit ziemlich langen Stämmen. Und gaaaaanz oben, wo die Sonne am kräftigsten draufscheint, sitzen riesige Blütendolden, dicht an dicht. Soweit ich das von hier unten erkennen kann, sind sie schwer von gelben Pollen.

Genau solche Blüten wollen die kleine Co-Jägerin und ich sammeln, um daraus Holunderblütensirup zu kochen. Je mehr Pollen, desto mehr Geschmack anschließend. Idealerweise sammelt man deshalb an einem sonnigen Tag, dem mindestens ein, zwei trockene Tage vorangegangen sind, und nimmt nur weit geöffnete Blüten, die stark duften. An die Dolden ganz da oben kommen wir leider nicht ran, aber im Grunde ist es natürlich gut, dass ein Teil für uns Sammler unerreichbar bleibt, denn wir wollen den Baum ja nicht ratzeputz ableeren. Und so schwirren wir wie zwei Bienchen von Baum zu Baum und legen – schnipp, schnapp, schnipp, schnapp – Blüte um Blüte in unsere mitgebrachte Tüte.

Die kleine Co-Jägerin ist mit Feuereifer bei der Sache und entdeckt die Holunderbäume, die sich gerne zwischen wucherndem Grünzeug und hinter Wänden aus Brennesseln verstecken, oft noch vor mir. „Ganz alleine!!!“ schneidet sie dann die Dolden ab. Zumindest solange mein Bizeps das mitmacht, denn auch sie hat leider keine ausfahrbaren Fünf-Meter-Beine, den Job müssen meine Arme übernehmen.

Wenn wir genug gesammelt haben, tragen wir unsere Beute nach Hause und machen Holunderblütensirup daraus. Und zwar so:

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Postcrossing: Eine andere Art zu Reisen in Zeiten der Pandemie

Postcrossing Postkarten Reisen in Zeiten der Pandemie


Seit einem Jahr ist unser Bewegungsradius jetzt schon stark eingeschränkt. Wir trösten uns mit Fernwehkochen, das uns für die Dauer eines Essens nach Nicaragua, Uganda oder Montréal & New York City entführt, und tatsächlich bin ich in dieser Zeit noch enger als zuvor im Austausch mit Freunden auf der ganzen Welt.

Aber die zufälligen Begegnungen und Überraschungen, die ich auf Reisen so liebe, fehlten – bis mich meine liebe Freundin Eva auf Postcrossing gebracht hat.

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Die Galander Online Bar: Ausgehen im Corona-Lockdown

Galander Online Bar Corona Lockdown Cocktails (c) www.JaegerDesVerlorenenSchmatzes

Kreuzberger Nächte sind derzeit vor allem langweilig. Das will die Galander Bar ändern: Mit einem virtuellen Tresen, an dem man echte Cocktails trinken und echte Gespräche mit anderen Barbesuchern führen kann. Ganz safe vom Sofa aus. Mussten wir natürlich ausprobieren. 

Habt ihr auch solche Sehnsucht danach, euch Mal wieder mit guten Freunden in eine Bar zu setzen, einen Drink zu bestellen, zu quatschen und Leute zu gucken? Genau das haben eine Freundin und ich gestern gemacht – mitten im Lockdown und völlig legal. Die Bar, in der wir waren, gibt es nur virtuell, aber bevor ihr jetzt „Buh!“ ruft: Sie ist wirklich cool gemacht! Optisch hat sie mich an ein C64 Computerspiel aus den 80ern erinnert, in dem ich meinen selbst gewählten, pixeligen Avatar (der wiederum Erinnerungen an die restrealitaet weckt) per Cursortasten durch verschiedene Räume laufen lassen und dabei tatsächlich andere Gäste treffen, per Videochat anquatschen, kennenlernen kann.

Da braucht es also nur eine Pandemie und endlich baut jemand ein Holodeck.

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Instagram-Jahresrückblick 2020: unser Jahr in 12 Bildern

Engel Goldelse Berlin Jahresrückblick 2020

Was für ein Jahr! Normalerweise staune ich bei den TV-Rückblicken immer, weil ich mich schon gar nicht mehr an all die Ereignisse zu Jahresbeginn erinnern konnte. Das ist 2020 definitiv anders. Das Pandemie-Jahr hat sich für immer in unsere kollektive Erinnerung eingraviert. Im Grunde ist der Rückblick schnell geschrieben: Kein Corona – Corona – kurz fast kein Corona – Corona. Oder? 

War 2020 wirklich alles schlecht? Auch wenn es ein Jahr war, auf das wir insgesamt gut hätten verzichten können, gab es doch auch schöne Ereignisse. Und das, obwohl uns die längste Reise, die wir 2020 unternommen haben, ins Oderbruch in Brandenburg geführt hat. Und die beste kulinarische Entdeckung waren die Parasolpilze, die über Nacht vor unserem Zelt aus dem Boden geschossen sind.

Es ist wie immer alles eine Frage der Perspektive 😉 In diesem Sinne kommt hier unser Instagram-Jahresrückblick 2020.

Unser Instagram-Favorit im Monat Dezember

Auf nen Drink mit Freunden treffen, Elternabend, Yoga, Unterricht und Fortbildungen – dieses Jahr hat uns vor Augen geführt, was alles online geht, wenn es sein muss. Klar sitze ich lieber mit Freunden in einer Bar und umarme sie zum Abschied. Aber auf keinen Fall sitze ich 12 Monate lang nur zuhause auf dem Sofa 🙂 Irgendwann im April, im tiefsten, deprimierendsten Lockdown, habe ich mich mit Freunden aus ganz Deutschland zu DJ-Sets via UnitedWeStream in die kollektive Glückseligkeit getanzt – jedeR von uns zuhause, verbunden über Zoom. Unsere größte Weihnachtsfeier war mit 20 Reisebloggern aus vier oder fünf verschiedenen Ländern. Und Silvester werde ich zwischen Parties in London und Berlin hin und her hüpfen.

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Fernwehkochen: Wenn der Shepherd’s Pie nach Weihnachten in Neuseeland schmeckt

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Sieben Jahre ist es jetzt her, dass wir während der Elternzeit Neuseeland bereist und unser erstes Weihnachtsfest mit Baby am Strand gefeiert haben. In diesem Jahr erinnern wir uns besonders sehnsüchtig daran, denn Neuseeland ist (fast) coronafrei – und vorerst für Touristen unerreichbar. Allerhöchste Zeit also, mal wieder einen neuseeländischen Klassiker zu backen: Shepherd’s Pie!

Ich habe es ja schon mal an anderer Stelle in diesem Blog gebeichtet: Seit ich in Neuseeland meinen ersten Pie gegessen habe, bin ich süchtig nach diesem schlimmsten besten aller Fast Foods. In so ziemlich jeder neuseeländischen Bäckerei lachen einen Pies aus der Warmhaltevitrine an: Iss mich! Jetzt gleich! Klar bist du hungrig! Dieser Verlockung zu widerstehen, ist praktisch unmöglich. Vor allem wenn man so gerne neue Gerichte ausprobiert wie wir…

Weil neuseeländische Pies typischerweise in kleinen Förmchen gebacken werden, haben sie obendrein die perfekte Portionsgröße, um mal eben aus der Hand gesnackt zu werden. Das ideale Comfort Food auf Reisen also, und wirklich nahezu immer und überall verfügbar. Notfalls bekommt ihr sie sogar an der Tanke. Weiterlesen